Siemens PSE-Mitarbeiter machen mit Betriebsversammlung in Wien mobil

3. November 2008, 13:15
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Software-Entwickler befürchten Personalabbau - Siemens Österreiche dementiert entsprechende Pläne

ie Beschäftigten der Softwaresparte PSE der Siemens Österreich machen gegen einen angeblich geplanten, aber von der Konzernführung dementierten Mitarbeiterabbau mobil. Am kommenden Donnerstag, dem 6. November, findet eine groß angelegte Betriebsversammlung inklusive Protestumzug in Wien statt, da die Belegschaft bisher in der Geschäftsführung nur auf taube Ohren gestoßen sei. Bei Siemens PSE arbeiten hierzulande 2.400 Mitarbeiter, weltweit sind 5.000 Personen in der Programm- und Systementwicklung (PSE) aktiv.

Vorgeschichte

Wobei die Probleme nicht neu sind. Bereits 2006 und Anfang 2007 kam es zu Protesten, die in einem Kompromiss ohne Kündigungen endeten. Zwischen Oktober 2007 und September 2008 wurden daraufhin 530 Mitarbeiter durch natürliche Fluktuation abgebaut. Doch nun soll es einen nächsten Anlauf geben, so der Betriebsratsvorsitzende Ataollah Samadani. Gefährdet sollen 500 Mitarbeiter sein. "Gleichzeitig sollen Pläne für eine Strukturänderung durchgesetzt werden, indem man die PSE in mehrere - nicht lebensfähige - Teile zerlegt und damit die Bedingungen schafft, in kurzer Zeit weitere Beschäftigte abzubauen - vermutlich 500 bis 1.000 weitere Mitarbeiter und nicht nur in der SIS PSE", so Samadani in einer Aussendung.

Forschung

Für ihn steht nicht nur der Arbeitsplatz seiner Kollegen auf dem Spiel, sondern auch der Forschungsstandort Österreich. "Wir kämpfen um den Erhalt von 2.400 hochwertigen Arbeitsplätzen im Bereich Forschung und Entwicklung", betonte er am Montag. Bei Siemens hingegen kann man die Aufregung nicht verstehen. Umstrukturierungen, Redimensionierung der PSE, Kündigungen oder eine Zerschlagung seien derzeit kein Thema, so Sprecher Harald Stockbauer zum "Standard" (Montagausgabe).

Perle

Siemens Österreich gilt als die "Ostperle" des Münchner Technologiekonzerns. Es trägt die Gesamtverantwortung für die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Rumänien und Bulgarien. Alleine die Bundesbahn sorgte zuletzt für einen Jahresumsatz von 650 Mio. Euro. Im IT-Sektor ist Siemens der größte Service Provider des Landes. Im Frühjahr 2005 schnappte sich Siemens die VA Tech. Dies war mit einer Kaufsumme von rund 1 Mrd. Euro der drittgrößte Industrie-Deal in der Geschichte Österreichs. (APA)

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