Microsoft: User und Mitbewerber schuld an Virenproblem

3. November 2008, 13:15
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Softwarekonzern macht organisiertes Verbrechen, naive Nutzer und unsichere Software vom Mitbewerb für Sicherheitssituation verantwortlich - Windows selbst werde immer sicherer

Microsoft hat seinen "Security Intelligence Report" für die erste Jahreshälfte 2008 fertig gestellt. Demnach stieg die Zahl der Schädlinge in den ersten sechs Monaten 2008 um 43 Prozent, wie der New York Times schon vor Veröffentlichung des Berichts erfahren hat. Die Schuld sei laut dem Softwareriesen beim zunehmend organisierten Cyberverbrechern, naiven Nutzern und seinen Konkurrenten zu suchen.

Windows wird sicherer

Die Sicherheit des Betriebssystems Windows Vista habe man weiter verbessern können, zudem sei Windows XP aufgrund weiterer Sicherheitsupdates nicht mehr so attraktiv für Angreifer. Neues Ziel von Virenschreibern seien nun verstärkt Sicherheitslücken in einzelnen Programmen. Die Daten über Vireninfektionen und andere Gefahren erhält Microsoft einerseits von kostenlosen Programmen wie dem Malicious Software Removal Tool sowie von speziellen Reporting-Systemen. Auch Abstürze werden dem Unternehmen gemeldet.

Drittanbieter-Problem

Laut dem Report hätten 90 Prozent der in der ersten Hälfte 2008 neu entdeckten Sicherheitslücken einzelne Applikationen betroffen. Die restlichen zehn Prozent seien in den Betriebssystemen entdeckt worden. "Wir haben nun ein Drittanbieter-Problem und das ist etwas, das wir lösen müssen", erklärt George Stathakopoulos, General Manager der Security Engineering and Communications Group.

Bei den Sicherheitslücken in Web-Browsern ist Microsoft laut Bericht für die Hälfte der Top-10-Lücken unter Windows XP, jedoch für keine einzige der Top-10-Lücken unter Vista verantwortlich. Diese seien alle auf Entwicklungen von Drittanbietern wie Apple und RealNetworks zurückzuführen. Eigenen Angaben zufolge stelle der Redmonder Konzern Bug-Fixes zudem dreimal schneller bereit als etwa Apple, Ubuntu oder Red Hat.

Diese Einschätzung stammt nicht nur von Microsoft selbst, sondern wird auch von einigen Sicherheitsunternehmen geteilt. Microsoft könne nur seine eigene Software patchen, so Patrik Runald von F-Secure. Hacker würden sich mittlerweile aber andere Wege suchen, um auf ein System zu gelangen.

User selbst schuld

Ein weiteres Problem, mit dem Microsoft zu kämpfen hat, ist die Tatsache, dass Nutzer noch immer unachtsam Links in E-Mails öffnen, die zu manipulierten Webseiten führen und Schädlinge wie Trojaner auf die Rechner laden. Das habe mittlerweile zu einem florierenden Geschäft unter Kriminellen geführt, in dem Viren und andere Malware für Datenklau und Co professionell entwickelt werden.

Verhasste User Account Control

Ein Ansatz von Microsoft dem Problem Herr zu werden, ist die User Account Control in Windows Vista, die bei den Nutzern jedoch nur auf wenig Gegenliebe gestoßen ist. Die häufig auftretenden Nachfragen und Warnungen haben die Nutzer letztendlich so genervt, dass Microsoft mit Windows 7 wieder einen Gang zurückschaltet. (red)

  • Microsoft: Nutzer, Mitbewerber und zunehmende Organisiertheit von Cyberkriminellen ist schuld an bedrohlicher Sicherheitssituation
    foto: gdata

    Microsoft: Nutzer, Mitbewerber und zunehmende Organisiertheit von Cyberkriminellen ist schuld an bedrohlicher Sicherheitssituation

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