WWF: Fisch ist kein Müll

3. November 2008, 12:43
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Eine Million Tonnen Fisch werden jährlich wieder über Bord geworfen - "unglaubliche Verschwendung" besonders in der Nordsee alarmierend

Wien - Pro Jahr werden eine Million Tonnen Fisch wieder über Bord geworfen. Darauf machte der World Wide Fund for Nature (WWF) am Montag unter Berufung auf eine eigene Studie aufmerksam. Dabei handelt es sich um den sogenannten Beifang, unter anderem mehrere Millionen Haie und 250.000 Meeresschildkröten. "Beifang ist eine unglaubliche Verschwendung und eine der größten Bedrohungen für viele Meerestiere", sagte WWF-Fischereiexperte Georg Scattolin in einer Aussendung.

Die Verschwendung ist laut WWF besonders in der Nordsee alarmierend. Pro Jahr werde ein Drittel des Fangs als Müll über Bord geworfen. Das sind eine Million Tonnen Fisch und andere Meerestiere. So würden für jedes Kilo Seezunge, das in den Verkauf kommt, bis zu sechs Kilo Meerestiere entsorgt, für jedes Kilo Norwegischen Hummer (Scampi) bis zu fünf Kilo. Meist handle es sich dabei um Fische, die zu klein sind oder für die die Fischer keine Fangquote haben. So würden die Fischbestände unnötig geplündert, zudem entstehen enorme wirtschaftliche Schäden.

Kabeljau als Beifang

Der WWF brachte ein Beispiel aus Schottland: Obwohl die Fangquote für Kabeljau längst ausgeschöpft sei, würden den Fischern, die mehrere Arten zugleich fangen, immer noch Kabeljaue als Beifang ins Netz gehen. Die durchaus marktfähigen Fische würden jedoch wieder über Bord geworfen. So sei in den vergangenen Monaten Fisch im Wert von 60 Millionen Euro sinnlos vergeudet und der Kabeljaubestand geschwächt worden.

Forderung

Der WWF forderte die Politik auf, sich in Brüssel für ein europaweites "Wegwerf-Verbot" und ein Beifang-Aktionspaket stark zu machen. In Zukunft solle jeder gefangene Fisch mit an Land gebracht und mit den Fangquoten verrechnet werden. "Die unsichtbare Verschwendung muss ein Ende haben", so Scattolin. Zugleich müssten die Fischer verpflichtet werden, bessere Fangtechniken einzusetzen. So könne der Beifang in einigen Fischereien um bis zu 90 Prozent reduziert werden.

Eine von der EU-Kommission angekündigte Gesetzesinitiative gegen die Wegwerf-Praxis sei erst kürzlich von der mächtigen Fischereilobby einiger Mitgliedsländer torpediert worden, so der WWF. "Das ist ein handfester Skandal", kritisierte Scattolin. Hinter verschlossenen Türen werde versucht, eine nachhaltige Fischerei zu verhindern. Dabei seien in den EU-Gewässern bereits 88 Prozent der Fischbestände bedroht. (APA)

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    Den Fischbeständen geht's zunehmend an den Kragen. Auf die "unglaubliche Verschwendung" hat der WWF nun erneut hingewiesen.

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