Ruth Klüger erste Reich-Ranicki-Gastprofessorin in Tel Aviv

3. November 2008, 12:27
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Germanistin will StudentInnen die deutsche Sprache wieder nahe bringen, "um ihnen klar zu machen, was sie versäumen"

Frankfurt/Main - Die in Wien geborene Germanistin Ruth Klüger wird als erste Reich-Ranicki-Gastprofessorin von Mai 2009 an in Tel Aviv lehren. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschafterin wurde am Sonntagabend in Frankfurt vorgestellt.

Die Professur ist an der Universität Tel Aviv angesiedelt und wird von BürgerInnen sowie Stiftungen der Stadt Frankfurt finanziert. Sie ist der deutschen Literatur gewidmet. Die 77 Jahre alte Klüger wird Vorträge unter dem Titel "Jüdische Autorinnen der deutschsprachigen Literatur" halten.
Sie werde versuchen, den StudentInnen die deutsche Sprache und Literatur wieder nahe zu bringen, "um ihnen klar zu machen, was sie versäumen", sagte die in den USA lebende Klüger im Kaisersaal des Frankfurter Römers.

Reich-Ranicki dankt Klüger "von Herzen"

Die nach dem Literaturkritiker Marcel Reich- Ranicki (88) benannte Gastprofessur war bereits 2006 bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv an ihn angekündigt worden. Namenspatron Reich-Ranicki sprach Klüger während der Veranstaltung im Römer "von Herzen" seinen Dank aus.

Die in Wien geborene Jüdin Ruth Klüger hat große Teile ihrer Familie in Konzentrationslagern verloren. Sie selbst wurde als Elfjährige deportiert und überlebte Auschwitz. Nach ihrer Auswanderung in die USA studierte sie Germanistik und wurde Professorin in Princeton und an der Universität von Kalifornien. (APA/dpa)

  • Einem breiten Publikum ist die Germanistikprofessorin Ruth Klüger durch ihre 1992
erschienenen Jugenderinnerungen "weiter leben" bekannt. Dieses Jahr
erschien der zweite Band "unterwegs verloren". In diesem berichtet sie
von ihrem Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung.
    foto: standard/heribert corn
    Foto: Standard/Heribert CORN

    Einem breiten Publikum ist die Germanistikprofessorin Ruth Klüger durch ihre 1992 erschienenen Jugenderinnerungen "weiter leben" bekannt. Dieses Jahr erschien der zweite Band "unterwegs verloren". In diesem berichtet sie von ihrem Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung.

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