Der irische Billigcarrier startet mit einer aggressiven Aktion zur Übernahme der Slots, von denen sich die bankrotte Alitalia im Zuge der Umstrukturierung trennen muss
Rom - Der irische Billigcarrier Ryanair
startet mit einer aggressiven Aktion zur Übernahme der Slots, von denen sich die
bankrotte Alitalia im Zuge einer tiefgreifenden Umstrukturierung trennen muss.
Über 20 Slots will Ryanair von Alitalia auf dem rentablen italienischen Markt
übernehmen. Außerdem will der Billigflieger auf zwei weiteren Flughäfen auf
Sardinien - Cagliari und Alghero - Fuß fassen.
Acht italienische und elf internationale Flugverbindungen von und nach
Sardinien will Ryanairs Chef Michael O'Leary anbieten, sowie täglich fünf Flüge
auf der stark beflogenen Route Mailand-Rom. Außerdem werden pro Tag zwei
Flugverbindungen zwischen Rom und der apulischen Hafenstadt Trapani eingeführt.
Wegen des stärkeren Angebots setzt Ryanair in Italien drei neue Maschinen ein.
"In Italien werden wir jetzt auf insgesamt sieben Flughäfen präsent sein. Die
Zahl unserer Passagiere in Italien steigt somit auf 15 Millionen pro Jahr.
Passagiere, die für ihre Flüge uns statt der Alitalia gewählt haben, konnten in
einem Jahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro einsparen", sagte O'Leary. Unter seiner
Führung ist Ryanair von einer defizitären Regionalfluggesellschaft zu Europas
größter Low-Cost-Airline und der drittgrößten europäischen Fluggesellschaft
überhaupt angewachsen.
Der Manager will vor allem auf Flüge nach Süditalien setzen. "Wir haben
begriffen, dass Süditalien ein guter Markt ist. Daher wollen wir mehr Flüge nach
Sizilien und Sardinien anbieten", so O'Leary.
Die Krise der Alitalia bietet Ryanair eine Wachstumsgelegenheit in Italien,
das nach Großbritannien zum stärksten Auslandsmarkt des Billigfliegers
aufgerückt ist. Seit November hat die Alitalia zwölf internationale Routen
gestrichen, darunter die Verbindung zwischen Rom Fiumicino und Wien Schwechat.
Wegen der Umstrukturierung fallen auch die Flüge von Rom nach Zürich, Berlin,
Lissabon, Malaga, Valencia, Salonikko und Dubai aus. Betroffen sind außerdem
Verbindungen nach Osteuropa. Alitalia fliegt Prag und Belgrad nicht mehr an.
Auch einige nationale Flugstrecken wurden gestrichen. Gecancelt wurden Flüge von
Mailand Malpensa nach Triest und Catania und von Venedig nach Neapel. (APA)