"Österreich ist relativ spät dran"

4. November 2008, 16:59
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Wieviel Energie eine Immobilie verbraucht, war Käufern und Mietern bislang oft unklar - Der Energieausweis soll das ändern

Mangelware Information: Anders als bei Autos, Kühlschränken oder Waschmaschinen wussten Käufer und Mieter bislang wenig über den Energieverbrauch ihrer Immobilie. Mit der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (Richtlinie 2002/91/EG) soll sich das nun ändern. Der Energieausweis soll ein Instrument werden, das jedem Aufschluss über die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes gibt.

„Das ist vergleichbar mit Autos oder z.B. auch Kühlschränken. Vor 15 bis 20 Jahren haben sich die Leute noch nicht mit dem Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge oder dem Stromverbrauch ihrer Haushaltsgeräte auseinandergesetzt. Aufgrund steigender Treibstoff - und Energiepreise und erhöhtem Umweltbewusstsein hat sich das mittlerweile geändert", sagt Michaela Deutsch, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Gebäude und Raumwärme der Österreichischen Energieagentur.

Die EU-Gebäude-Richtlinie sieht vor, dass alle Neubauten bereits bei den Behördlichen Bauverfahren einen Energieausweis benötigen. Auch bei Zu- und Umbauten bzw. umfassenden Sanierungen ist der Ausweis Vorschrift. Seit 1.1.2008 verlangt das Energieausweisvorlagegesetz (EAVG) die verbindliche Vorlage von Energieausweisen bei Verkauf und Vermietung von Immobilien. Verantwortlich für die Vorlage des Ausweises ist der jeweilige Verkäufer oder Vermieter. Wird dem Käufer bzw. Mieter bei Vertragsunterzeichnung kein Energieausweis vorgelegt, so gilt eine dem Alter und der Art des Gebäudes entsprechende Gesamtenergieeffizienz als vereinbart.

"In den Köpfen verankern"

Mit dem Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz (Energieausweis) wird der Energiebedarf eines Gebäudes einfach und übersichtlich dargestellt. Dies erfolgt über die Berechnung des Heizwärmebedarfs in kWh pro m² und Jahr. Mit Hilfe dieses Kennwerts wird das Gebäude einer Effizienzklasse von A++ bis G zugeordnet. Diese Effizienzskala ist bereits von verschiedenen Weißwaren wie Kühlschränken, Waschmaschinen, Wäschetrockner, usw. bekannt.

Bau- und Energiegesetze fallen in Österreich unter die Landesgesetzgebung. Dadurch wird es vorerst keine einheitlichen Gesetze in Österreich geben. In den Bundesländern ist der Energieausweis auf unterschiedliche Weise im Baurecht und im Wohnbauförderungsrecht verankert. (jus, derStandard.at, 5. November 2008)

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    Der Energieausweis soll Auskunft über den Energieverbrauch eines Gebäudes geben

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