Nicht gut genug: Erst acht Professoren für Elite-Uni

3. November 2008, 11:26
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Nur drei Prozent der 800 Bewerber entsprechen Qualitätsanforderungen - Entscheidung über Präsidenten "eine Frage von Monaten"

Wien - Nach der Absage des designierten Präsidenten des Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria), Tobias Bonhoeffer, im vergangenen Juli ist es ruhig geworden um das geplante Elite-Institut in Maria Gugging bei Klosterneuburg (NÖ). Doch hinter den Kulissen herrscht rege Betriebsamkeit: Das für die Qualitätsprüfung der Wissenschafter zuständige "Professorial Committee" hat die ersten acht Professoren ausgewählt, mit denen derzeit Berufungsverhandlungen unter der Leitung des Vorsitzenden des Exekutivkomitees, Haim Harari, geführt werden, sagte I.S.T. Austria-Manager Gerald Murauer im Gespräch mit der APA. Vorgestellt werden sollen die ersten Forscher am I.S.T. Austria in der ersten Jahreshälfte 2009.

Hohe Qualitätsanforderungen

Die ersten Kandidaten repräsentieren die am Institut geplanten wissenschaftlichen Themen: Sie kommen aus dem Bereich quantitative Biologie, aus den Computerwissenschaften und aus den Materialwissenschaften. Drei der acht Kandidaten sind Österreicher. Zusätzlich werden mit einem halben Dutzend potenzieller Kandidaten Gespräche geführt, die laut Murauer aussichtsreich sind, aber deren wissenschaftliche Evaluierung noch nicht abgeschlossen sei.

Die Ausrichtung der Personalsuche auf höchste Qualifikation hat auch den potenziellen Bewerberkreis deutlich dezimiert: Von den ursprünglich rund 800 Bewerbungen und Nominierungen für die Wissenschafterposten haben nur etwa drei Prozent die Qualitätsanforderungen des I.S.T. Austria erfüllt.

Neuer Präsident gesucht

Parallel dazu läuft die Suche nach einem Präsidenten für das Institut. Nachdem der deutsche Gehirnforscher Bonhoeffer mit seiner Absage dem I.S.T. Austria einen Startphasen-GAU beschert hat, wurden ein halbes Dutzend neuer Kandidaten vom Exekutivkomitees evaluiert und teilweise interviewt. Derzeit spitze sich der Kandidatenkreis auf sehr wenige Spitzenpersönlichkeiten zu, die Entscheidung sei eine Frage von Monaten, sagte Murauer.

Abrissarbeiten abgeschlossen

Geschäftig geht es auch auf der Baustelle am Campus des I.S.T. Austria zu. Die Abrissarbeiten sind abgeschlossen, die Renovierung des Zentralgebäudes und des Administrationsgebäudes im Gang, die ersten Wände der neu geplanten "Lecture-Hall" und der neuen Heizzentrale bereits hochgezogen. Die Dachgleichenfeier soll noch im November stattfinden. "Wir liegen voll im Plan, die Eröffnung des Campus ist für das Frühjahr 2009 geplant", betonte Murauer. (APA)

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    Wer hier arbeiten will, muss einiges vorweisen können.

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