Raiffeisen verdoppelt RHI-Beteiligung

3. November 2008, 19:45
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Raiffeisen hat seine Beteiligung am börsenotierten Feuerfesthersteller RHI dieser Tage kräftig aufgestockt

Wien - Raiffeisen hat seine Beteiligung am börsenotierten Feuerfesthersteller RHI dieser Tage kräftig aufgestockt. Über die Raiffeisen Centrobank (RCB) hat die RZB ihre Beteiligung um 1,3 Millionen Aktien auf gut 7 Prozent verdoppelt, teilte die RHI heute, Montag, unter Hinweis auf ein entsprechendes Schreiben der Raiffeisen Zentralbank Österreich mit.

Der RCB seien seit 29. Oktober 2008 insgesamt 1.279.511 Stück Aktien an der RHI AG zurechenbar. Zusätzlich gehören der RZB 1.397.000 Stück RHI-Aktien, die schon bisher direkt von ihr gehalten wurden. Somit verfügt die RZB gemeinsam mit der als Konzernunternehmen zurechenbaren RCB über 2.676.511 Stück RHI-Aktien - das entspricht einem Anteil von 7,08 Prozent am Grundkapital und an den Stimmrechten.

In ihrer Funktion als Market Maker verfügt die RCB den Angaben zufolge zudem über einen variablen Bestand an RHI-Aktien, der nicht in die Berechnung der Stimmrechte einzubeziehen sei. Die kontrollierende Beteiligung der RZB an RCB werde mittelbar über die "RZB Kl Beteiligungs GmbH" (100 Prozent) sowie die "RZB IB Beteiligungs GmbH" (mit rund 99,99 Prozent direkt an RCB beteiligt) gehalten.

AvW-Anteil übernommen?

Raiffeisen könnte die 1,3 Millionen RHI-Aktien von der in Turbulenzen geratenen Kärntner Beteiligungsgesellschaft AvW übernommen haben, verlautete. Am 21. Oktober hatte die AvW gemeldet, ihren Anteil an dem Feuerfestkonzern von rund sechs auf unter fünf Prozent reduziert zu haben. Für einen Analysten liegt es "sehr, sehr nahe", dass dieser Anteil nun an die Raiffeisen Gruppe gewandert ist. Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) bestätigte, die Aktien von "einem Kunden" erworben zu haben, nannte aber keine weiteren Details.

"Höchstwahrscheinlich" sei das Aktienpaket nicht über die Börse gehandelt worden, so der Analyst. Dafür würden die Handelsvolumina der vergangenen Tage nicht reichen.

Zwischenzeitlich dürfte der AvW-Anteil an RHI an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gegangen sein, vermutete der Analyst. "Im Rahmen von Einkaufskommissionen" erwarb die LBBW am 8. Oktober laut ad-hoc-Meldung 1,9 Mio. Stimmrechtsaktien der RHI und überschritt damit die Meldeschwelle von fünf Prozent. Acht Tage später wurde die Grenze wieder auf 1,88 Mio. Papiere unterschritten. Die LBBW sei "wahrscheinlich" zu den RHI-Aktien gekommen, weil sie der AvW etwas finanziert hat, so der Analyst.

Nun sind mehr als 60 Prozent der RHI-Aktien im Streubesitz, die Raiffeisen Gruppe besitzt 7,08 Prozent und Martin Schlaff hält über die MS Privatstiftung über 25 Prozent. Der deutsche Investor Wilhelm Winterstein erhöhte seinen Anteil an RHI mit 29. Oktober auf mehr als zehn Prozent.

Insider vermuten, dass der Verkauf der RHI-Aktien an Raiffeisen mit "Sanierungsgesprächen" der Bankengruppe mit der AvW zusammenhängen könnte. Offiziell wurde dies weder bestätigt noch dementiert. Die AvW hatte ihrem mittlerweile inhaftierten Ex-Prokuristen vorgeworfen, unter anderem mit der LBBW unautorisierte Geschäfte mit RHI-Aktien durchgeführt zu haben. (APA)

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