Hintergrund: Historische Fakten zur Präsidentenwahl

3. November 2008, 10:16
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  • Nummerierung: Es ist üblich, die Präsidenten zu nummerieren. George Washington war der erste, George W. Bush ist der 43. Präsident. Dennoch gab es nur 42 Amtsinhaber: Grover Cleveland gelang es als einzigem Präsidenten, vier Jahre nach seiner Abwahl 1892 erneut gewählt zu werden. Er war der 22. und 24. Präsident.
  • Wahltag: Die USA wählen am Dienstag nach dem ersten Montag im November eines jeden Schaltjahres. Der Monat wurde gewählt, weil im November die Ernte eingebracht ist, aber in der Regel noch kein scharfer Frost herrscht. Ein Dienstag sollte es sein, damit man sich nicht schon am heiligen Sonntag auf den Weg zur Stimmabgabe machen muss. Damit der Wahltag nicht auf den 1. November und damit Allerheiligen fallen konnte, wurde der "Dienstag nach dem ersten Montag" gewählt.
  • Religion: Alle Präsidenten der USA waren Protestanten, mit nur einer Ausnahme: John F. Kennedy war Katholik, was ihm im Wahlkampf oft vorgeworfen wurde.
  • Familie: Fast alle Präsidenten waren verheiratet, einige Witwer. Die einzige Ausnahme ist James Buchanan (1857 bis 1861). Einige Historiker glauben, dass er homosexuell war. Er selbst begründete die Ehelosigkeit damit, dass seine Braut kurz vor der Hochzeit gestorben war. Grover Cleveland war der einzige Präsident, der im Weißen Haus heiratete. Es war ein Skandal, weil die Braut des 49-Jährigen erst 21 war.
  • Amtszeiten: William Harrison (1841) hatte mit 31 Tagen die kürzeste, Franklin Roosevelt (1933 bis 1945) die längste Amtszeit. Eigentlich galt, dass kein Präsident länger als George Washington, der sich 1797 nach zwei Amtszeiten zurückgezogen hatte, im Amt bleiben solle. Nach Roosevelt wurde diese Tradition auch Gesetz. Jetzt darf ein Präsident höchstens zehn Jahre im Amt sein: Wenn er nach der Mitte einer Wahlperiode nachrückt, kann er noch zwei eigene "Terms" amtieren.
  • Bedingungen: Die Verfassung schreibt vor, dass ein Präsident 35 Jahre alt sein und 14 Jahre in den USA gelebt haben muss. Die dritte Bedingung ist die umstrittenste: Demnach dürften nur "born Americans" kandidieren. Das schließt beispielsweise Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, einen gebürtigen Österreicher, aus.
  • Herkunft: Die meisten Präsidenten haben ihre Vorfahren in England. Zwei haben aber auch deutsche Wurzeln: Herbert Hoover (1929 bis 1933) und Dwight Eisenhower (1953 bis 1961), der als General gegen Deutschland kämpfte. Nur bei Harry Truman (1945 bis 1953) ist die Herkunft ungeklärt: Die Familie war so arm und unbedeutend, dass es keine Aufzeichnungen gab.
  • Geboren: Ein Präsident, Calvin Coolidge (1923 bis 1929), wurde am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, geboren. Sein Nachfolger Hoover war der erste, der westlich des Mississippi geboren worden war. Jimmy Carter (1977 bis 1981) war der erste, der in einem Krankenhaus geboren worden war.
  • Gestorben: Zwei Präsidenten starben an einem 4. Juli - John Adams (1797 bis 1801) und Thomas Jefferson (1801 bis 1809). Beide starben am selben Tag, auf den Tag genau 50 Jahre, nachdem sie die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet hatten. Acht Präsidenten starben im Amt. Vier davon eines natürlichen Todes: Harrison 1840, Taylor 1850, Harding 1923 und Roosevelt 1945. Vier andere wurden ermordet: Lincoln 1865, Garfield 1881, McKinley 1901 und Kennedy 1963. (APA)
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