Der perfekte Name für die eigene Firmendomain

3. November 2008, 00:58
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Im Privatleben spielt die eigene Webseite eine untergeordnete Rol­le. Für ein Unternehmen ist der Internetauftritt wichtiger. Der Name der Domain kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden

Den besten Domainnamen zu finden, ist die schwierigste Aufgabe – unabhängig davon, ob die Firma schon lange existiert oder gerade erst gegründet wird. Am Anfang sollte man sich darüber klar werden, ob die Webseite eher für den Direktvertrieb, als Marketinginstrument oder für die Kontaktpflege gedacht ist. Entscheidend für die Namensfindung ist auch die Frage des Zugriffes und der Verbreitung: Es macht einen Unterschied, ob hauptsächlich die Verlinkung mit anderen Webseiten geplant ist oder ob der Kunde den Internetauftritt über Suchmaschinen oder Direkteingabe (Type-in) finden soll. Wenn es absehbar ist, dass man die Internetadresse später oft telefonisch weitergeben muss, sollte man einen Namen wählen, der sprachlich einfach wiederzugeben ist.

Das Kind braucht einen Namen

Es liegt nahe, den Firmennamen auch als Domainnamen zu nehmen. Start-up-Unternehmen haben es dabei einfacher, können sie den eigenen Namen auch von der Domainverfügbarkeit abhängig machen. Das ist aber nicht unbedingt das Beste. Besonders kleinere und junge Unternehmen sind noch nicht bekannt; der Kunde sucht eher nach dem Produkt oder der Dienstleistung als nach einem bestimmten Firmennamen. Deswegen wird vielfach dazu geraten, so genannte generische (= beschreibende) Domainnamen zu verwenden. Der Frisör Mayer zum Beispiel könnte statt www.mayer.xy die Domain www.haarschnitt.xy verwenden. Probleme gibt es dadurch, dass die meisten generischen Domains bereits vergeben sind und diese an die Sprache gebunden sind. Wer eine Expansion ins Ausland plant, sollte sich auch um die entsprechenden Registrierungen im Zielland kümmern. Ein kleiner Vorteil ist, dass der Markt der .at-Domains noch nicht ganz so gefragt ist wie beispielsweise .de oder .com und noch die eine oder andere Nische bietet. Auch die Frage, ob ein Domainname aus mehreren Substantiven mit Bindestrichen getrennt werden sollte, ist nicht zuletzt sprachabhängig. Im englischsprachigen Raum wird der Bindestrich als unschön empfunden. Domainnamen werden zusammengeschrieben und die einzelnen Wortteile dadurch gekennzeichnet, dass man sie groß schreibt.

Was danach kommt, ist auch wichtig

Die schwierige Namensfindung hört aber nicht beim Punkt auf. Die Adressendung – die Top-Level-Domain (TLD) – ordnet die Internetadresse einem bestimmten Land oder einer übergeordneten Institution zu wie zum Beispiel .com (ursprünglich nur für Unternehmen) oder .edu (für Bildungseinrichtungen). Richtet sich das Unternehmensangebot nur an Kunden eines speziellen Landes, registriert man vorzugsweise die Domain mit der jeweiligen Landeskennung. Für grenzüberschreitende Angebote greift man am besten auf die übergeordneten TLDs zurück.

Vom Finden zum Besitzen

Hat man einen freien Domainnamen gefunden, muss man sich als Domaininhaber eintragen lassen. Zuständig für die Verwaltung der Domainnamen in Österreich ist die Nic.at. Wählt man einen nicht-generischen Domainnamen, muss man zusätzlich darauf achten, keine geschützten Namen zu verwenden. Nic.at prüft für die Registrierung nur, ob die Domain bereits vergeben ist. Der Antragsteller ist verpflichtet, selbst zu überprüfen, ob durch die Registrierung seiner Domain bestehende Markenrechte verletzt werden. Neben einer Registrierung bei der Nic.at gibt es verschiedene Internetprovider, die im Auftrag des Kunden Domainregistrierungen bei der Nic.at durchführen. Diese Provider bieten oft zusätzlich die technische Infrastruktur wie Webspace, Mailserver oder andere Services mit an. Allerdings muss man darauf achten, dass die Domain auf den eigenen Namen und nicht auf den Namen des Providers eingetragen wird.

Einen Domainnamen registrieren zu lassen, ist vergleichsweise einfach und kostengünstig geworden. Man sollte sich dadurch jedoch nicht dazu verführen lassen, alles zu registrieren, was einem einfällt, nur weil man sich nicht entscheiden kann. Man sollte den Internetauftritt auch mit Inhalten füllen, pflegen und aktualisieren. Manche Firmen scheitern schon mit einer einzigen Webseite an dieser Aufgabe. Hat man den idealen Namen allerdings gefunden, sollte man nach Möglichkeit auch abweichende Varianten – beispielsweise mit oder ohne Bindestrich – bis hin zu Versionen mit Schreibfehlern mitregistrieren. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden die Webseite finden und macht es späteren Konkurrenten schwieriger, vom eigenen Erfolg zu profitieren.

Suchen und Finden

Ist der Internetauftritt dann gestaltet und online, möchte man auch webweites Interesse erregen. Finden und gefunden werden geschieht meistens über Suchmaschinen. Diese durchsuchen alle Webseiten nach bestimmten Merkmalen. Das Ziel ist es, an den vordersten Stellen der Suchergebnisse zu einem bestimmten Suchbegriff zu erscheinen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Metadaten und Inhalte einer Webseite möglichst optimal an die Kriterien der Suchmaschinen anzupassen. Diese Methoden nennt man Suchmaschinenoptimierung (abgekürzt SEO, Search Engine Optimization).

Den Bäcker und König freut’s

Seit 2004 gibt es die Möglichkeit, Domainnamen mit Umlauten und anderen sprachbezogenen Sonderzeichen zu registrieren (Internationalized Domain Name = Umlautdomain). Damit entfällt das leidige Baecker oder Koenig. Seine Majestät hätte sich über www.kaiserlich-und-königlich.at wahrscheinlich gefreut. Weniger gefreut hätte er sich allerdings darüber, dass die Adresse nur eingeschränkt zu erreichen ist. Einige Browser unterstützen die Umlautdomains nicht oder nur mit einem Plug-in. Noch verheerender sind die technischen Schwierigkeiten der Mailserver und Mailprogramme. Mailempfang oder -versand ist mit Umlautdomains im Moment eingeschränkt möglich. Wer eine Umlautdomain verwenden möchte, sollte auch bedenken, dass nur die Tastaturen im deutschsprachigen Raum entsprechend beschriftet sind. Kunden aus anderen Ländern tun sich schwerer mit der Eingabe der Sonderzeichen. (Markus Drenckhan/derStandard.at, 3. November 2008)

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    derstandard.at/screenshot
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