Porträt: Lewis Hamilton

2. November 2008, 20:31
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McLarens lächelnder Musterschüler steht auf dem Gipfel

Sao Paulo - Sein Lächeln ist zu seinem Markenzeichen geworden. Es ist das strahlende Lächeln eines Champions - des jüngsten der F1-Geschichte. Lewis Hamilton hat sich am Sonntag mit genau 23 Jahren, 9 Monaten und 26 Tagen im zweiten Anlauf in dramatischer Manier die WM-Krone gesichert. Ausgerechnet in Sao Paulo, wo im Vorjahr ein streikendes Getriebe einen noch schnelleren Gipfelsturm des Briten verhindert hatte.

Doch auch Rückschläge haben Hamilton nie aufgehalten, er nicht nur das Talent, sondern auch das Selbstvertrauen, das ein echter Champion benötigt. Vielerorts war ihm das als Arroganz ausgelegt worden. Auch sein aggressiver, kompromissloser Fahrstil hat ihm so einige Kritik eingebracht.

Lange musste man in Großbritannien auf einen Fahrer vom Format Hamiltons warten. Nun ist der junge Mann aus der Kleinstadt Tewin nördlich von London der erste britische Weltmeister seit Damon Hill 1996. Hamilton hat in seinen ersten zwei Jahren in der Formel 1 mehr Punkte gesammelt als jeder Pilot vor ihm. Er ist alles gefahren, was vier Räder hat, mit zehn gewann er die britische Kart-Meisterschaf, bei der darauffolgenden Gala knüpfte er erste Kontakte zu McLaren.

Hamilton bat Teamchef Ron Dennis um ein Autogramm und sagte: "Eines Tages möchte ich für Ihr Formel-1-Team fahren." Drei Jahre später bot Dennis dem Supertalent einen Platz im Nachwuchsprogramm des Traditionsteams an, seither gilt Hamilton als Ziehsohn des McLaren-Boss, gegenüber dem er sich stets loyal verhält. McLaren belohnte das mit einem Vertrag bis 2012, der ihm rund 130 Millionen Euro einbringen soll.

Hamilton ist stolz auf seine Herkunft. Sein Großvater väterlicherseits war in den 50er Jahren von der Karibikinsel Grenada nach Großbritannien emigriert. Hamiltons Mutter ist Engländerin, seine Eltern hatten sich aber scheiden lassen, als er erst zwei Jahre alt war. Vater Anthony nahm mitunter zwei Jobs an, um die Motorsport-Leidenschaft seines begabten Sohnes zu fördern. Heute ist er als Manager bei allen Rennen mit dabei.

Sich durchzusetzen hatte Hamilton schon in der Schule gelernt, als ihn Mitschüler wegen seiner Hautfarbe schikaniert hatten. Um sein Selbstvertrauen zu stärken, lernte der kleine Lewis Karate. Vor allem sein Willen hat ihn dorthin gebracht, wo er ist: "Ich würde nie sagen, dass ich besser bin als irgendjemand anderer, aber ich bin ein Formel-1-Pilot. Jeder von uns muss an sich glauben, um hierher zu kommen." (red/APA)

 

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