Flugzeugabsturz bei Graz: Drei Tote

3. November 2008, 12:01
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Alle Insassen sind ums Leben gekommen - Pilot besaß den Berufspilotenschein und war erfahren - Ursache bleibt weiter ein Rätsel

Graz - Am Tag nach dem Absturz eines Sportflugzeuges im Kaiserwald bei Zwaring (Bezirk-Graz Umgebung) mit drei Toten gibt es weiterhin keinen Hinweis auf die Unfallursache. Die Sichtverhältnisse zum Unfallzeitpunkt seien gut gewesen, der Pilot besaß den Berufspilotenschein und kannte die Maschine gut, hieß es am Montag vom Flugzeughalter, der Steirischen Motorflugunion. Sachverständige untersuchten Wrackteile auf ein mögliches technisches Gebrechen.

Bei den Verunglückten handelte es sich um einen 57-jährigen Grazer Unternehmer, seine 32-jährige, in Wien wohnhaft gewesene Tochter sowie eine 39-jährige Bekannte aus Graz.

An Erfahrenheit habe es dem Piloten nicht gemangelt, so Josef Zöhrer, Geschäftsführer der Steirischen Motorflugunion. Der 57-Jährige war im Besitz des Berufspilotenscheins, für den rund 200 Flugstunden notwendig seien. Seit rund sieben Jahren sei der Verunglückte sehr häufig mit Flugzeugen der Motosportunion - darunter auch der zweimotorigen Piper Seneca PA 34 - in der Luft gewesen. Zöhrer schließt auch die Witterungsverhältnissen als Unfallursache aus: Zum Zeitpunkt des Unglücks sei Sicht "weit über die Minimumsgrenze hinaus" gegeben gewesen.

Ob ein technisches Gebrechen zum Absturz geführt hat, versuchte am Montag die Flugunfallkommission am Absturzort herauszufinden. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die bestellten Sachverständigen "ad hoc" die Ursache entdecken, so Rene Kornberger vom Landeskriminalamt Steiermark. Er rechne damit, dass die Untersuchungen noch längere Zeit dauern werden. Teile des zerstörten Flugzeuges müssten sichergestellt und im Labor untersucht werden.

Einen Notruf hat der verunglückte Pilot nicht abgegeben, hieß von der Polizei. Ein Augenzeuge aus der Gemeinde Zwaring, der auch die Einsatzkräfte verständigte, bestätigte am Montag gegenüber der APA, dass der Pilot kurz vor der Bruchlandung nochmals versucht habe, die Maschine durchzustarten.

Der Zeuge war auf das Flugzeug aufmerksam geworden, weil es ungewöhnlich tief geflogen sei: "Das Brummen war so laut, da wusste ich, dass etwas nicht stimmt". In der Dunkelheit erkannte der Mann ein Flugzeug, dass mit hoher Geschwindigkeit in den Kaiserwald stürzte: "Der Aufprall war schrecklich laut, kurz war ein Feuerball zu sehen." Der Augenzeuge ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Aufgrund seiner Beschreibung konnten die Einsatzkräfte die Absturzstelle mitten im Wald rasch finden. (APA)

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    Das Kleinflugzeug hatte rasch an Höhe verloren und war im Kaiserwald zwischen Zwaring und Wundschuh abgestürzt.

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