Dieter, der Duracell-Hase

2. November 2008, 18:20
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Kaum hat "Deutschland sucht den Superstar" mal Pause, macht Dieter Bohlen die Anwärter auf den Titel "Das Supertalent" zur Sau

Es gibt wenig Frustrierenderes als den Samstagabend bei Innovationsmeister RTL. Und das nicht nur wegen des Doppelpacks mit Ross Antony. Sondern: Kaum hat "Deutschland sucht den Superstar" mal Pause, macht Dieter Bohlen die Anwärter auf den Titel "Das Supertalent" zur Sau. Wobei der Juror, so heißt es, hier gezügelt wird - angeblich ist der Sender bei diesem Familienformat strenger. Nichts mit Ausfälligwerden, keine allzu fiesen Bosheiten.

Das "Supertalent" lockt doch auch noch ganz andere Kandidaten an als DSDS. Hier treten lustige Männer auf, die mit einer Wasserflasche auf dem Kopf Samba tanzen. Hier rührt ein ehemaliger Lkw-Fahrer die weiblichen Studiogäste zu Tränen, indem er in seine Mundharmonika ein bebendes "Ave Maria" bläst. Hier zeigt ein blonder Zahnlücken-Knirps, wie schnell er zu HipHop-Klängen hüpfen kann. Und die Co-Juroren Bruce Darnell und Sylvie van der Vaart sind ganz hin und weg; weinen, lachen, prusten, frohlocken.

Bloß Dieter Bohlen sitzt mit seiner ledernen Miene ungerührt da, teilt trocken und sachlich mit öliger Stimme Lob aus, wem es gebührt, und hört sich auch den siebzehntausendsten Kandidaten nüchtern und kritisch an. Egal wie viele "Super"-Staffeln hinter ihm liegen, egal auch, wie viele noch kommen mögen: Dieter, der Motor, macht eisern weiter, egal in welchem Format. Irgendwie schon wieder toll, dieses Durchhaltevermögen: dabei immer fleißig und unaufgeregt bei der Sache. Das ist wie bei den Duracell-Batterien, denen ist es im Grunde auch egal, ob sie jetzt in einen Plüschhasen gesteckt werden oder in eine Taschenlampe. (ih/DER STANDARD; Printausgabe, 3.11.2008)

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