Auf der Jagd nach dem niedrigen Energieverbrauch

2. November 2008, 18:30
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Bei der Entscheidung von Mietern oder Käufern für eine Wohnung spielt der Energieverbrauch oft noch eine geringe Rolle - Dabei lauert dort eine Kostenfalle

Lage, Preis, Infrastruktur: Bei der Wohnungssuche gibt es Grundregeln. Im Eifer des Gefechts wird dabei das Thema Energieverbrauch allzu oft vernachlässigt. Doch steigende Öl- und Gaspreise wirken sich auch auf die Immobilienbranche aus. Mittlerweile spielen energietechnische Aspekte bei der Entscheidung ein wichtige Rolle. Die schönste Wohnung in bester Lage macht nicht lange Freude, wenn ihr Wert durch hohe Heizkosten und teure Warmwasseraufbereitung vermindert wird. Mit einfachen Tricks können Suchende eine erste Bestandsaufnahme der Immobilie vornehmen.

Gedämmte Hauswände, Dächer und Keller, dichte Fenster und eine moderne Heizung können bis zu 70 Prozent an Energiekosten sparen. Vor der Innenbesichtigung der Wohnung lohnt ein Blick auf die Fassade: Risse oder abbröckelnder Verputz können ein Zeichen für Schäden an der Bausubstanz sein. Da bis zu 80 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt auf das Konto der Heizung geht, empfiehlt es sich, besonders das Heizsystem bei der Besichtigung unter die Lupe zu nehmen. Gesamtzustand, Alter und letzte Wartung sollten beim Makler erfragt werden. Falls das Haus über eine Zentralheizung versorgt wird, kann die letzte Heizkostenabrechnung verlangt werden.

Geld beim Fester hinaus werfen

Ein guter Zustand der Fenster kann den Energiebedarf reduzieren. Die Besichtigung im Winter erleichtert die Überprüfung der Fenster - kalte Fensterscheiben und Zugluft können so schnell entdeckt werden. Der Makler oder Vermieter sollte Auskunft geben können, wann die Fenster das letzte Mal erneuert wurden. Denn das Baujahr lässt Rückschlüsse auf die Energieeffizienz zu. In älteren Häusern haben die Fenster oft geringen Wärmeschutz. Verbundfenster und Isolierglasfenster sind üblicherweise mehr als 20 Jahre alt und entsprechen nicht mehr dem neuesten Stand der technischen Entwicklung.

Wärmeschutzverglasungen hingegen können den Energieverbrauch um bis zu 75 Prozent verringern. Mittlerweile haben sich dreifach-verglaste Fenster, mit wärmegedämmten Fensterrahmen durchgesetzt. Die Wärmedämmung solcher Fenster erreicht Werte die drei Meter dicken Betonwänden entsprechen.

Schnelltest der Fenster

Mit wenig Aufwand kann die Abdichtung der Fensterfugen und der Rahmen überprüft werden: Lässt sich ein zwischen Fenster und Rahmen geklemmtes Blatt leicht herausziehen, ist das ein Zeichen für unzureichende Dichtung. Ein undichter Rahmen lässt sich mit einer brennenden Kerze aufspüren. Bei Wind und Kälte funktionieren diese Tests besser.
Bei der Kontrolle der Fenster sollte auch darauf geachtet werden, ob es baulich möglich ist, Vorhänge und Rollos zu montieren. Rolläden sind eine gute Investition: Sie vergrößern den isolierenden Luftpolster und verringern dadurch die Wärmeverluste.

Wasserleitung, Zugluft und Tageslicht

Ein Tipp: Kalte Luft kann nicht nur durch Ritzen im Fenster, sondern auch durch Steckdosen und Schalter in die Wohnung gelangen. Und je länger die Wasserleitung ist, desto höher ist der Energieverbrauch. Das Badezimmer sollte nicht zu weit vom Boiler oder Durchlauferhitzer entfernt sein. Wichtig ist es, die Ausrichtung der Wohnung zu erfragen. Denn die einfachste und effizienteste Heizung ist Tageslicht. (red, derStandard.at, 3. November 2008)

 

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    Ein prüfender Blick auf die Hausfassade zahlt sich aus: Risse und andere Schäden können ein Zeichen für mangelhafte Qualität der Bausubstanz sein

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