Amos Lee: "Last days at the lodge"

2. November 2008, 18:00
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Amos Lee: "Last days at the lodge" (EMI 2008)
 
    foto: emi

    Amos Lee: "Last days at the lodge" (EMI 2008)

     

Mit vollem Bart und ebensolchem Sound tritt der junge US-Singer-Songwriter in große Fußstapfen mit guten Aussichten auf Erfolg - Virtuoser Stimmeinsatz

Ein Mann wie Amos Lee, der es schafft nach zwei selbst veröffentlichten EPs Konzerte von Bob Dylan und B.B. King einzuleiten, kann so schlecht nicht sein. Ohne je eine offizielle CD im Handel zu haben, begleitete er in der Folge Norah Jones auf ihrer Europa- und US Tour. Das spricht von Qualitäten und Selbstbewusstsein, die anderen in diesem Ausmaß fehlen dürften. Erst 1995 erschien sein Debüt Album "Amos Lee" - bei dem im Übrigen auch Norah Jones ihre Finger im (Klavier-) Spiel hat. "Supply and Demand" folgte 2006.

Nun ist es wieder so weit und schon die äußerlichen Zeichen zeigen Veränderung an: Vollbart statt Hut. Lees neues Erscheinungsbild schlägt sich im übertragenen Sinn auch musikalisch nieder. Nicht nur der Bart, auch der Sound ist voller geworden. Der Wandel mag sich auch Don Was verdanken, dem Starproduzenten, den sich der 31jährige Musiker aus Philadelphia für die neue Scheibe ins Studio geholt hat. Dazu stoßen hochkarätige Studiomusiker, namentlich Schlagzeuger James Gadson, der britische Bassist Pino Palladino (er griff schon für "The Who" in die Saiten), Keyborder Spooner Oldham und der junge Bluesgitarist Doyle Bramhall jr. Wie gut die Zusammensetzung harmoniert, mag man an der Tatsache ablesen, dass "Last days at the lodge" binnen einer Woche im Studio in Los Angeles eingespielt wurde. Aber auch dem Sound hat sie keineswegs geschadet.

Rock, Blues und bittere Wahrheiten

Das dritte Album besticht durch Vielseitigkeit, die mit Beliebigkeit nichts gemein hat. "Listen", der Opener kommt geradezu rockig daher. Assoziationen zu Bob Dylan werden wach, sind aber umgehend wieder in der Schublade zu versenken. "Truth" - ein Song über Liebe, Eifersucht und andere bittere Wahrheiten - gibt einen wunderbaren delta blues. "Street Corner Preacher" und das countryhafte "Ease Back" dürfen als weitere Highlights gelten. In Lees Songs fließen wohl auch die Erfahrungen aus seiner Zeit als Sonderschulpädagoge in einem Armenviertel in Philadelphia ein. Leicht nahm der Musiker die Sache offenbar nicht. Ob sie mit Schuld an seiner Karriere sind, ist nicht überliefert. Amerikas brennende, sozialen Probleme dürften ihn aber nicht losgelassen haben. "Jails and bombs" und "kid" zeugen davon.

Dank virtousen Stimmeinsatzes - "Won´t let me go" - zeigt der Mann, worum es gehen kann und macht es gut.  Alles in allem handelt es sich wohl um ein Album, das von den zwei Seelen des Musikers spricht: Der Lyriker und Poet, der sich in Folk-Soul Balladen wie "baby i want you" und "better days" Wege bahnt, trifft auf den Rocker mit Blueseinschlag. Dilletant bleibt er da wie dort nicht. Der Spätberufene versuchte sich erst nach seiner Highschoolzeit - im Alter von 18 Jahren - erstmals an der Gitarre. Wenige Monate später trat er in den ersten Clubs auf. Sollte es ihm gelingen, sich eben so rasant von seinen Vorbildern Bill Withers, Neil Young, John Prine und James Taylor abzunabeln, darf man noch Großes erwarten. (mareb)

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