Armenien und Aserbaidschan wollen Streit um Nagorny-Karabach beenden

2. November 2008, 16:12
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Staatschefs unterzeichnen in Moskau Absichtserklärung

Barwicha - In dem seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Streit um die Kaukasus-Region Berg-(Nagorny-)Karabach gibt es Hoffnung auf eine friedliche Lösung. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew und sein armenischer Kollege Serzh Sarkisian unterzeichneten am Sonntag im Moskauer Vorort Barwicha eine gemeinsame Erklärung. Darin bekunden sie ihre Bereitschaft, gemeinsam an einer politischen Beilegung des Konflikts um die Region zu arbeiten. Das Treffen fand unter Vermittlung des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew statt.

Eine friedliche Lösung des Konflikts solle durch rechtlich bindende, internationale Garantien "in allen Aspekten und Etappen" der Verhandlungen erreicht werden, heißt es in der Erklärung, die Medwedew nach Beendigung des Treffens in seinem Haus in Barwicha verlas. Die russische Regierung hatte zuvor ihre Bereitschaft erklärt, zur Umsetzung eines Kompromisses beizutragen. Russland ringt mit den USA um Einfluss in Aserbaidschan, einem der wichtigsten Öl- und Gas-Exporteure der Region. Außerdem will Moskau nach dem Konflikt mit Georgien um die abtrünnige Provinz Südossetien weitere Unruhen in der Kaukasus-Region vermeiden.

Nagorny-Karabach wird mehrheitlich von Armeniern bewohnt, liegt aber in Aserbaidschan, zu dem es völkerrechtlich seit Sowjet-Zeiten gehört. 1992 erklärte das Gebiet mit militärischer Unterstützung der Republik Armenien die Unabhängigkeit. Der folgende, 1994 beendete Krieg der beiden Ex-Sowjetrepubliken um die Region kostete 30.000 Menschen das Leben. Mehr als eine Million ethnische Aserbaidschaner wurden in die Flucht getrieben.

Öl in Aserbaidschan

Russland unterhält enge Beziehungen zu Armenien und verfügt dort über eine Militärbasis. Armenien ist weithin von Russland abhängig. Die Türkei hält ihre Grenze zu Armenien seit dem Karabach-Konflikt geschlossen. In jüngster Zeit bemühte sich Moskau, sein Verhältnis zu Aserbaidschan zu verbessern, das über große Erdölvorkommen verfügt. Der Westen wiederum baut in seiner Energiepolitik auf Aserbaidschan; eine wichtige Öl-Pipeline führt von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku über Tiflis in Georgien nach Ceyhan an der türkischen Mittelmeerküste. (APA)

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