Ruine Weitenegg: Absturzgefährdete Mauerteile werden abgetragen

3. November 2008, 13:18
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Arbeiten werden bis Dienstag dauern - Häuser bleiben evakuiert - Steine durchschlugen am Sonntag das Dach eines Wohnhauses

Melk - Auf der Ruine Weitenegg in Leiben (Bezirk Melk) ist am Montag - nach dem Einsturz einer Mauer und deren Abrutschen am Vortag - mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen worden. Konkret wurde am Nachmittag damit gestartet, einen weiteren absturzgefährdeten Mauerteil abzutragen, berichtete Bürgermeister Karl Heinz Spring. Die Arbeiten sollten am Dienstag gegen Mittag beendet sein, so der Ortschef unter Berufung auf den Bauleiter.

Am Sonntag war die Mauer eines Vorgebäudes der Ruine etwa zur Hälfte abgebrochen und über die steile Felsböschung in Richtung eines Wohnhauses abgestürzt. Steine durchschlugen das Dach und einen danebenliegenden Schuppen. In der Folge wurden das Haus eines 79-Jährigen (das getroffen worden war) und ein weiteres, von zwei Frauen und zwei Kinder bewohntes, aus Sicherheitsgründen evakuiert. Der Mann verbrachte die Nacht auf Montag bei seiner Tochter, die Familie wurde in einem nahen Gasthof einquartiert, so der Bürgermeister. Auch die Nacht auf Dienstag werden die Bewohner noch auswärts schlafen, berichtete Spring.

Von der Mauer, die zu beseitigen war, sei am Sonntag etwa die Hälfte abgebrochen, sagte Spring. Der restliche Teil, der abgetragen werden müsse, sei etwa sechs bis sieben Meter lang und fünf bis sechs Meter hoch. In der Nacht auf Montag waren keine weiteren Mauerstücke abgestürzt. Davon habe er sich am Montag schon um 6.00 Uhr überzeugt, so der Ortschef. Etwa zwei Stunden später begannen die Einsatzbesprechungen. Bevor damit gestartet wurde, das absturzgefährdete Mauerteil abzutragen, waren auch Sicherungsmaßnahmen gesetzt worden, u.a. mit Pfostenwänden für die zwei am Vortag evakuierten Häuser.

Ruine Weitenegg - Burg 1108 urkundlich erwähnt

 Die Ruine Weitenegg befindet sich in der gleichnamigen Katastralgemeinde der Gemeinde Leiben. Sie liegt an der Einmündung des Weitenbachs in die Donau auf einem Felssporn. Die urkundlich 1108 erwähnte Burg galt als eine der Bedeutendsten am Strom, wie es auf der Website http://www.alte-mauern.info heißt

Das Objekt wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet, heißt es auch in der NÖ Landeskunde. Um 1180 ist Graf Eckbert von Pernegg als Besitzer nachweisbar. Die Pernegger waren seit etwa 1150 auch im Besitz des Gebietes, das zuvor den Grafen von Peilstein-Tengling gehört hatte. Im 13. Jahrhundert folgten ihnen die älteren Lengenbacher und nach deren Aussterben (1235) die Babenberger. Von der hochmittelalterlichen Burg haben sich der so genannte Palas und die zwei in einer spätromanischen Ausbauphase errichteten Bergfriede erhalten.

Vor 1260 an war die Burg im Besitz der Kuenringer und wurde 1645 erfolgreich gegen die Schweden verteidigt. 1738 ging sie an den Freiherrn von Fürnberg. Von 1800 bis 1918 stand das Objekt im Besitz des Habsburg-Lothringschen Familienfonds. 1870 wurden große Teile der Burg abgetragen, um das Material für die Ultramarinfabrik am Fuße des Felsens zu verwenden. (APA)

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    Von der Ruine Weitenegg bei Melk sind am Sonntag Mauerteile abgerutscht.

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