Wieder Datenpanne: Brisanter Speicher-Stick auf Parkplatz gefunden

2. November 2008, 13:58
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Datenträger enthält Benutzernamen und Kennwörtern - Mitarbeiter einer Computerfirma hatte Speichermedium in Cannock in der Grafschaft Staffordshire verloren

London - Die Serie der Datenpannen in Großbritannien reißt nicht ab. Auf einem öffentlichen Parkplatz wurde ein Datenträger mit Benutzernamen und Kennwörtern eines Computersystems der Regierung gefunden, wie die "Mail on Sunday" berichtete. Nach dem Verlust des Memorysticks sei die Internetseite, über die Hunderte öffentliche Dienstleistungen wie Renten- und Kindergeldanträge oder Steuererklärungen online erledigt werden können, vorübergehend geschlossen worden.

Nach Darstellung eines Behördensprechers enthielt der Stick nur Daten einer "Handvoll Leute" deren Kennwörter verschlüsselt waren. Dagegen schrieb die "Mail on Sunday", dass sich Unbefugte mit Hilfe des Datenträgers Zugang zu persönlichen Details von zwölf Millionen Menschen hätten verschaffen können.

Personelle Konsequenzen

Ein Mitarbeiter einer Computerfirma, die im Auftrag der Regierung das Internetangebot pflegt, hatte das Speichermedium auf einem Parkplatz in Cannock in der Grafschaft Staffordshire verloren. Das Computerunternehmen sprach von einem Bruch der Regeln und kündigte personelle Konsequenzen an.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Daten der britischen Regierung verloren gegangen. Anfang Oktober verschwand eine Computerfestplatte mit Daten von etwa 100.000 Armeeangehörigen und vermutlich rund 600.000 Armee-Bewerbern sowie ein Laptop mit Daten von 100.000 Pensionisten. Im September waren aus einem Luftwaffenstützpunkts drei Computerfestplatten mit den persönlichen Daten tausender aktiver und ehemaliger Angehöriger der Royal Air Force gestohlen worden.

658 Laptops und 26 Memorysticks verloren

Im August sorgte der Verlust von Daten von allen Häftlingen in England und Wales für Aufregung. Im Juli gestand das Verteidigungsministerium ein, dass in den vergangenen vier Jahren insgesamt 658 Laptop-Computer und 26 tragbare Memorysticks mit sensiblen Personaldaten entweder gestohlen wurden oder verloren gingen. Zuvor hatte das Justizministerium einräumen müssen, dass bereits im Sommer vergangenen Jahres eine Festplatte mit Daten von rund 5.000 Gefängnisbeamten und Verwaltungsangestellten der Justizbehörden verloren gegangen war. Im Oktober vergangenen Jahres verschwanden CDs mit den persönlichen Angaben von 25 Millionen Kindergeldempfängern. (APA/dpa)

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