Flüchtlingsdrama im Golf von Aden

2. November 2008, 13:49
posten

Mindestens 39 tote Flüchtlinge vor Jemens Küste - Ärzte ohne Grenzen: In tiefes Wasser gezwungen und ertrunken

Aden - Mindestens 39 somalische Flüchtlinge sind vor der Küste des Jemens entweder durch die Hand von Menschenschmugglern oder in schwerer See ums Leben gekommen. Wie die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Sonntag mitteilte, entdeckten MSF-Mitarbeiter am Samstag in der Nähe der Stadt Ahwar im Süden des Landes eine Gruppe von Flüchtlingen. Diese berichteten, sie seien von Schmugglern bis kurz vor das Ufer gebracht worden, dann aber wegen der herannahenden Küstenwache über Bord in das tiefe Wasser gezwungen worden. Da viele der Flüchtlinge nicht schwimmen konnten, seien zahlreiche Menschen ertrunken.

Drei Überlebende in einer Luftblase

Wenige Stunden später entdeckten MSF-Mitarbeiter am Ufer mehrere Flüchtlinge aus Äthiopien und Somalia neben einem gekenterten Boot. Die Überlebenden berichteten, sie hätten bereits 23 Leidensgenossen am Strand begraben. In einer Luftblase unter dem Boot entdeckten MSF- Mitarbeiter noch drei Überlebende und zwei weitere Tote.

Wegen der großen Armut in ihren jeweiligen Heimatländern flüchten immer mehr Somalier und Äthiopier über den Golf von Aden nach Jemen. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR haben allein in diesem Jahr schon über 32.000 Menschen den riskanten Weg über das Meer nach Jemen gewagt. (APA/dpa)

 

Share if you care.