Großbritannien: Streng geheime Passwörter auf Parkplatz "verloren"

2. November 2008, 13:30
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Gefundener Memory Stick gibt sensible Daten über ein Computersystem der Regierung preis - Entsprechende Vorfälle häufen sich

Die Serie der Datenpannen in Großbritannien reißt nicht ab. Auf einem öffentlichen Parkplatz wurde ein Datenträger mit Benutzernamen und Kennwörtern eines Computersystems der Regierung gefunden. Nach dem Verlust des Memorysticks wurde die Internetseite, über die Dienstleistungen wie Renten- und Kindergeldanträge oder Steuererklärungen online erledigt werden können, vorübergehend geschlossen.

Begrenzt

Nach Darstellung eines Behördensprechers enthielt der Stick nur Daten einer "Handvoll Leute" deren Kennwörter verschlüsselt waren. Dagegen schrieb die "Mail on Sunday", dass sich Unbefugte mit Hilfe des Datenträgers Zugang zu persönlichen Details von zwölf Millionen Menschen hätten verschaffen können.

Verlust

Ein Mitarbeiter einer Computerfirma, die im Auftrag der Regierung das Internetangebot pflegt, hatte das Speichermedium auf einem Parkplatz in Cannock in der Grafschaft Staffordshire verloren. Das Computerunternehmen sprach von einem Bruch der Regeln und kündigte personelle Konsequenzen an.

Daten

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Daten der britischen Regierung verloren gegangen. Anfang Oktober verschwand eine Computerfestplatte mit Daten von etwa 100.000 Armeeangehörigen und rund 600.000 Armee-Bewerbern sowie ein Laptop mit Daten von 100.000 Pensionisten. Im September waren aus einem Luftwaffenstützpunkts drei Computerfestplatten mit den persönlichen Daten tausender aktiver und ehemaliger Angehöriger der Royal Air Force gestohlen worden.

Kritik

Im August sorgte der Verlust von Daten von Häftlingen in England und Wales für Aufregung. Im Juli gestand das Verteidigungsministerium ein, dass in den vergangenen vier Jahren insgesamt 658 Laptop-Computer und 26 tragbare Memorysticks mit sensiblen Personaldaten entweder gestohlen wurden oder verloren gingen. Zuvor hatte das Justizministerium einräumen müssen, dass bereits im Sommer vergangenen Jahres eine Festplatte mit Daten von rund 5.000 Gefängnisbeamten und Verwaltungsangestellten der Justizbehörden verloren gegangen war. Im Oktober vergangenen Jahres verschwanden CDs mit den persönlichen Angaben von 25 Millionen Kindergeldempfängern. (APA)

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