Bolivien beendet Zusammenarbeit mit US-Drogenfahndern

2. November 2008, 10:42
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US-Behörde habe Proteste gegen seine Regierung unterstützt - US-Außeministerium bezeichnet Anschuldigungen gegen DEA "absurd"

La Paz - Bolivien will künftig nicht mehr mit der US-Anti-Drogenbehörde DEA zusammenarbeiten. Bei einem Besuch in der Koka-Anbauregion Chapare sagte Staatschef Evo Morales am Samstag, die Aktivitäten der DEA in Bolivien sollten ab sofort eingestellt werden. Morales warf den Mitarbeitern der US-Behörde vor, Proteste gegen seine linksgerichtete Regierung unterstützt zu haben, bei denen im September 19 Menschen ums Leben kamen. Ob die Behördenmitarbeiter das südamerikanische Land verlassen müssen, wurde zunächst nicht bekannt.

US-Außenministerium: Anschuldigungen gegen DEA "absurd"

Die USA haben die Vorwürfe Boliviens gegen die US-Anti-Drogenbehörde indessen  zurückgewiesen. Der von Boliviens Staatschef Evo Morales erhobene Vorwurf, DEA-Mitarbeiter hätten Proteste gegen seine Regierung mit mehreren Toten unterstützt, seien "absurd", erklärte das US-Außenministerium.

Wenn Bolivien wie angedroht die Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogen aufkündige, führe dies nur zu noch mehr Drogenkriminalität und -schmuggel, sagte ein Sprecher AFP. Die USA schätzten die Zusammenarbeit mit den bolivianischen Sicherheitskräften bei der Bekämpfung der Drogenproduktion. Die DEA erklärte, das sei eine unglückliche Situation und eine unglückliche Entscheidung Morales'.

USA stellen Zollerleichterungen für bolivianische Exporte infrage

Washington hatte Bolivien jüngst damit gedroht, wegen mangelnder Zusammenarbeit von Morales' Regierung im Kampf gegen den Drogenhandel Zollerleichterungen für bolivianische Exporte in die USA aufzuheben. Im September hatte Bolivien den US-Botschafter ausgewiesen. Auch ihm hatte Morales vorgeworfen, die Autonomiebestrebungen der reichen Regionen in dem Andenstaat unterstützt zu haben.

Morales war einst selbst Kokabauer und hatte sich nach seinem Amtsantritt Anfang 2006 zum Entsetzen der USA die Ausweitung des Anbaus des Drogenrohstoffs Koka zum Ziel gesetzt. Der linksgerichtete Morales ist ein scharfer Kritiker von US-Präsident George W. Bush.

In der vergangenen Woche strichen die USA dem südamerikanischen Land wichtige Handelsvorteile. Als Grund wurden mangelnde Fortschritte im Kampf gegen den Drogenanbau angeführt. Morales sagte dagegen am Samstag, seine Regierung habe in diesem Jahr 5.000 Hektar illegaler Koka-Pflanzungen vernichtet. (APA/AFP/AP)

 

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