Gewalt begleitete Besuch von Premier Erdogan im Kurden-Gebiet

1. November 2008, 22:26
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Explosion in Parteibüro - 700 Personen auch bei Kurden-Demonstration in Wien

Ankara/Wien - Gewaltsame Ausschreitungen haben am Samstag den Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan im kurdisch dominierten Südosten des Landes begleitet. In Hakkari, wo Erdogan am Sonntag erwartet wurde, beschädigte eine Explosion die Büros der türkischen koservativ-islamischen Regierungspartei AKP, zwei Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt. In Diyarbakir, der größten Stadt des türkischen Kurden-Gebietes, demonstrierten 4000 Kurden gegen die Regierung.

Mehrere tausend Anhänger der pro-kurdischen Partei für eine Demokratische Gesellschaft beteiligten sich an dem Sitzstreik in Diyarbakir. Sie forderten die Regierung zu Verhandlungen mit den kurdischen Rebellen auf. Premier Erdogan appellierte dagegen an die Bevölkerung, den Kampf der Regierung gegen die Rebellen zu unterstützen.

In der Stadt Van nahe der iranischen Grenze, wo sich Erdogan am Samstag aufhielt, setzten die Beamten nach Polizeiangaben Tränengas ein und feuerten Warnschüsse in die Luft, um die Menschenmenge aufzulösen. Die Demonstranten hatten Steine und Molotowcocktails auf die Polizisten geworfen und mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt, als Erdogan in der Stadt ein Wohnungsbauprojekt der Regierung einweihte. Bei den Ausschreitungen zwischen kurdischen Demonstranten und der Polizei wurden in Van ein Beamter sowie ein Zivilist verletzt.

Bei einer kurdischen Demonstration in Wien gingen am Samstagnachmittag in Wien rund 700 Personen auf die Straße. Wie die die Polizei der APA auf Anfrage mitteilte, war die Demo friedlich verlaufen. Veranstalter war ein kurdischer Verein, der unter anderem wegen der Haftbedingungen des PKK-Führers Abdullah Öcalan protestierte. (APA/AP/AFP)

 

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