Gyurcsany: Nothilfe von IWF und EU rettete Ungarn vor Bankrott

1. November 2008, 22:18
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Premier schildert dramatische Entwicklung - "Soziale Krise" drohte

Budapest - Ein Mitte der Woche verkündetes Nothilfepaket des IWF und der EU hat Ungarn nach Angaben seines Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany vor dem finanziellen Zusammenbruch gerettet. Die weltweite Finanzkrise hätte in Ungarn "zu einem Staatsbankrott mit gleichzeitiger sozialer Krise führen können, wenn wir unsere Sache nicht gut gemacht hätten", sagte Gyurcsany in einem Interview der Budapester Sonntagszeitung "Vasarnapi Hirek", aus dem die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Samstagabend vorab zitierte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union hatten Ungarn am Mittwoch einen Kreditrahmen von 20 Mrd. Euro zugesagt, nachdem die Geldmärkte des Landes infolge der globalen Finanzkrise praktisch zum Erliegen gekommen waren. Ungarn hatte sich als besonders anfällig erwiesen, da es eine hohe Auslandsverschuldung aufweist und wegen notorischer Reformversäumnisse wenig Vertrauen bei Investoren genoss. Bei der Hilfsaktion hätten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier Gordon Brown und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine herausragende Rolle gespielt, sagte Gyurcsany.

Seine sozialistische Minderheitsregierung habe schon mit dem Ärgsten gerechnet. "Tage hindurch trieb uns die Furcht vor dem schlimmsten Drehbuch um", schilderte er in dem Interview die Stimmung im Kabinett. "Dass der Forint abstürzt auf einen Kurswert zum Euro von (zuvor 250 auf) 350 bis 400. Binnen Augenblicken wäre es zu einer Inflation von 20 bis 30 Prozent gekommen, in deren Folge die Menschen ein Viertel oder ein Drittel ihres Einkommens verloren hätten." (APA/dpa)

 

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