Plassnik: Ex-Geiseln "wohlbehalten zurück in der Heimat"

1. November 2008, 19:27
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Salzburger brauchen jetzt Ruhe - Dank an Führung von Mali - "Humanitäre Lösung"

Wien - Die ehemaligen Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber sind "wohlbehalten zurück in der Heimat". Das teilte Außenministerin Ursula Plassnik (V) am Samstagabend bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Wien-Schwechat mit. Die beiden Salzburger werden nun einer genaueren medizinischen Aufklärung unterzogen, sie sind laut Plassnik in "ganz guter Gesamtverfassung". "Ihre Gefasstheit hat mich beeindruckt", sagte sie nach dem Gespräch mit den beiden, man sei froh und dankbar, dass sie wieder in Österreich sind.

"Wir haben gelacht, sie sind guter Dinge", meinte Plassnik, die die Ex-Geiseln auf dem Flug heimbegleitet hatte. Schritt für Schritt gelte es jetzt für die beiden, wieder in die Freiheit zurückzukommen. Ebner und Kloiber seien jetzt angespannt und erschöpft wie Sportler nach einer großen Leistung. Die Geiseln brauche jetzt laut der Ministerin Ruhe, "um wieder festen Boden unter den Füßen" zu bekommen.

Sie sei mit dem Präsidenten von Mali zusammengetroffen und sich bei ihm bedankt, erklärte Plassnik. Die Befreiung der Geiseln sei ein "Werk der Beharrlichkeit, Teamarbeit und Diplomatie" gewesen, wobei Mali nach ihren Worten der wichtigste Partner war. "In Mali handelt Mali", sagte die Außenministerin. Das afrikanische Land habe Wort gehalten, die Freilassung "mit breitgefächerten Kontakten" durchzusetzen. Über die Gefangennahme der beiden habe sie keine Gespräche geführt, sagte Plassnik. Es werde noch Zeit geben, die Hintergründe aufzuklären.

Erneute Dementi in Sachen Lösegeld

Die Außenministerin schloss erneut aus, dass Lösegeld gezahlt wurde, und sprach von einer "humanitären Lösung". Sie konnte nicht sagen, wie lange die Untersuchungen im Heeresspital Stammerdorf dauern werden und wann die beiden nach Salzburg heimkehren können. Plassnik hat sich, wie sie sagte, vor allem um Kloiber Sorgen gemacht, weil sie als Frau den Strapazen bei 56 Grad acht Monate lang verstärkt ausgesetzt war.

Die Ministerin bedankte sich vor allem bei Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S), Vizekanzler Wilhelm Molterer (V), Innenministerin Maria Fekter und dem damaligem Innenminister Günther Platter (beide V). In 144 Sitzungen habe der Krisenstab unter der Leitung von Außenamts-Generalsekretär Johannes Kyrle für die Freilassung der Geiseln getagt.

Plassnik konnte keine direkte Stellungnahme oder Wunsch der Geiseln nennen, diese würden bei gegebener Zeit selbst Auskunft geben. Ob die Angehörigen bereits mit ihren Familienangehörigen zusammengetroffen sind, konnte die Ministerin nicht sagen.

Plassniks Sprecher Alexander Schallenberg bestätigte, dass die Landung der Maschine in einem "uneinsehbaren Bereich" geplant war. Ob die früheren Geiseln ins Tropeninstitut oder wegen Tropenkrankheiten untersucht werden, konnte er nicht sagen. (APA)

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