"Dummheitskoeffizient in deutschen Banken besonders hoch"

1. November 2008, 17:35
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Berliner Finanzsenator Sarrazin über deutsche Landesbanken:"Diese Leute haben offenbar nicht verstanden, was sie da machen"

München - Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin geht mit den deutschen Landesbanken angesichts der Finanzkrise hart ins Gericht. Bestimmte Risikopapiere hätten weltweit nirgendwo so viele Abnehmer gefunden wie bei diesen Instituten. "Diese Leute haben offenbar nicht verstanden, was sie da machen. Und sie haben nicht verstanden, dass sie es nicht verstanden haben", sagte der SPD-Politiker dem Magazin "Focus".

"Der Dummheitskoeffizient scheint leider in deutschen Banken besonders hoch zu sein. Generell gilt ja die Regel: Je dümmer einer ist, umso mehr wächst das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das Ganze ist systemisch im öffentlich-rechtlichen Bankenbereich, obwohl beispielsweise die Landesbank Baden-Württemberg das offenbar ganz gut überstanden hat", sagte er.

Als Folge der Finanzkrise werden nach Einschätzung Sarrazins deutlich mehr Banken Kapital beim Staat aufnehmen müssen als bisher erwartet. "Alle Banken brauchen mehr Eigenkapital", sagte Sarrazin. Eine Quote von mindestens zehn Prozent sei "ein Muss". Es sei deshalb auch besser, die Banken dazu zu verpflichten, das Geld zu nehmen. (APA/AP)

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