15 Prozent der Deutschen haben in Finanzkrise Geld verloren

1. November 2008, 13:35
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Senioren davon am meisten betroffen - Kaupthing-Kunden kritisieren Regierung

Berlin - Die Finanzkrise hat 15 Prozent der Deutschen um ihr Geld gebracht. Das ist das Ergebnis einer am Samstag veröffentlichten repräsentativen Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag". Dabei gaben 17 Prozent der Männer und 13 Prozent der befragten Frauen an, sie hätten wegen der Finanzkrise persönliche Vermögensverluste hinnehmen müssen. Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen leiden demnach Senioren am häufigsten unter der Krise: 21 Prozent der über 60-Jährigen gaben an, persönlich Geld verloren zu haben.

Kaupthing-Kunden kritisieren Regierung

Eine Interessenvertretung von deutschen Kunden der isländischen Krisenbank Kaupthing forderte die Regierung auf, Auskunft darüber zu geben, ob und wann mit einer Erstattung ihrer Spareinlagen zu rechnen sei. Zugleich forderten sie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht dazu auf, das am 9. Oktober verhängte Moratorium über Kaupthing Deutschland auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Nur so könne ein unkontrollierter Abfluss der noch bei Kaupthing Deutschland verbliebenen Einlagen nach Island verhindert werden.

Die Kaupthing-Kunden kritisierten, dass Kunden der isländischen Bank aus anderen europäischen Ländern dank der raschen Intervention der dortigen Regierungen ihr Geld erstattet bekämen, während die Sparer in Deutschland weiter um die Zukunft ihrer Einlagen bangen müssten. Die Kunden von Kaupthing Deutschland seien "die einzigen privaten Kleinanleger in Europa, die nach der Island-Krise noch auf ihr Geld warten". (APA/AP)

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