Neue ANC-Splitterpartei soll Demokratischer Kongress heißen

3. November 2008, 12:42
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Gründungskonvent der Konkurrenzpartei von Anhängern des ehemaligen Präsidenten Mbeki - Abspaltung soll am 16. Dezember besiegelt werden

Johannesburg - Die geplante Splitterpartei des am Kap regierenden ANC soll Südafrikanischer Demokratischer Kongress (SADC) heißen. Das erklärte ein Sprecher der Partei-Rebellen am Montag. Am Wochenende hatten mehrere tausend Abtrünnige des aus Afrikas ältester Befreiungsbewegung hervorgegangenen Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) die Neugründung beschlossen. Die Abspaltung vom regierenden ANC soll am 16. Dezember in Bloemfontein offiziell besiegelt werden. In Bloemfontein war 1912 auch der ANC gegründet wurde.

Giftschlangen

Die neue Partei hat das gleiche Kürzel hat wie der regionale Staatenbund Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC), war jedoch unklar, ob der Name amtlich eingetragen werden kann. Auf dem Gründungskongress hatten mehrere Redner dem ANC vorgeworfen, sich von den Werten seiner Gründerväter entfernt zu haben. Der ANC-Vorsitzende Jacob Zuma nannte die Parteirebellen Giftschlangen und kritisierte sie als frustrierte, verhärmte Politiker.

Die ANC-Konkurrenzpartei hat sich hohe Ziele für die Wahlen im kommenden Frühjahr gesteckt. "Wir wollen die nächste Regierung auf nationaler Ebene und in den Provinzen stellen", sagte Mbhazima Shilowa, einer der Anführer der ANC-Abspaltung, am Sonntag vor Journalisten. Die Delegierten hatten sich am Samstag auf Grundzüge eines Parteiprogramms verständigt.

Direktwahl des Präsidenten

Mehr als 7.000 Menschen waren am Samstag in die südafrikanische Wirtschaftsmetropole Johannesburg gekommen, um am Gründungskonvent der neuen Oppositionspartei teilzunehmen. In ihrem Parteiprogramm spricht sich die neue Formation für mehr sozialen Zusammenhalt, politische Toleranz und die Achtung der Grundrechte aus. Außerdem fordert sie die Direktwahl des bisher vom Parlament bestimmten Präsidenten.

Mbeki, Nachfolger von Nelson Mandela, war im September nach neun Jahren im Amt zurückgetreten. Dem Schritt vorausgegangen war ein Machtkampf mit seinem Rivalen Jacob Zuma, der Mbeki bereits 2007 den ANC-Vorsitz abgejagt hatte.

Zuma soll den ANC mit seinen 600.000 Mitgliedern als Spitzenkandidat in die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr führen. Übergangspräsident bis zur Wahl ist der stellvertretende ANC-Vorsitzende Kgalema Motlanthe. Mbeki selbst hat der neuen Gruppierung noch nicht seine Unterstützung ausgesprochen. Zugleich hat er aber bereits deutlich gemacht, dass er dem ANC für den Wahlkampf nicht zur Verfügung stehe. (APA/red)

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    Mehr als 7.000 Menschen waren am Samstag in die südafrikanische Wirtschaftsmetropole Johannesburg gekommen, um am Gründungskonvent der neuen Oppositionspartei teilzunehmen.

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