"Intelligente" Haushaltsgeräte senken Stromkosten

1. November 2008, 11:36
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Energieintensive Aufgaben werden aus Spitzenverbrauchszeiten verschoben

General Electric (GE) Consumer & Industrial hat in den USA eine Initiative vorgestellt, die Konsumenten Einsparungen bei den Energiekosten verspricht. Mit "intelligenten" Haushaltsgeräten will das Unternehmen aber nicht beeinflussen, wie viel Strom verbraucht wird, sondern, wann die Geräte das Stromversorgungsnetz belasten. Es wird gesteuert, wann beispielsweise Kühlschrank oder Geschirrspüler stromintensive Aufgaben starten. Dadurch verlagert sich der Verbrauch aus Zeiten der Spitzenbelastung. Bei zeitlich gestaffelten Energiekosten sollen Kunden somit bares Geld sparen. Aufgrund der geglätteten Verbrauchsspitzen wäre die Stromversorgung insgesamt einfacher zu sichern, betont das Unternehmen.

Steuern, wann Energie verbraucht wird

Vergleichsweise energiesparende Geräte, die mit dem Energy-Star-Label gekennzeichnet sind, haben sich GE zufolge in US-Haushalten schon etabliert. "Der nächste Schritt ist, zu steuern, wann Energie verbraucht wird", meint Kevin Nolan, Vice President GE Consumer & Industrial. Dazu setzt GE auf intelligente Haushaltsgeräte, genannt "Energy Management Enabled Appliances". Sie sind in der Lage, Steuersignale vom jeweiligen Stromversorger zu empfangen. Dieser kann Informationen zur Netzbelastung übermitteln, auf die Geräte entsprechend ihrer Programmierung reagieren. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist eine Funktion zum automatisierten Abtauen, das GE in Kühlschränke integriert hat. Statt den stromintensiven Vorgang wie bisher nur aufgrund von Faktoren wie einem häufigen Öffnen der Türen zu starten, soll das Abtauen mithilfe der Steuersignale in eine Zeit verschoben werden, in der die Netzbelastung relativ gering ist.

Zeitabhängiger Strompreis denkbar

Die Verschiebung des Stromverbrauchs aus Spitzenzeiten - GE zufolge speziell von 15:00 bis 19:00 - könnte Kunden in Zukunft bares Geld sparen. Zwar berechnen die meisten Energieversorger in den USA derzeit einen zeitunabhängigen Strompreis, so das Unternehmen. Doch durch eine Einführung gestaffelter Kosten soll die intelligente Steuerung des Energieverbrauchs finanziell attraktiv gemacht werden. Dadurch wäre es möglich, die Belastungsspitzen im Stromnetz zu glätten. "Das trägt dazu bei, dass keine zusätzlichen Kraftwerke zur Versorgungssicherung erforderlich sind", betont Nolan.

Pilotprojekt

Vorläufig kommen GEs intelligente Haushaltsgeräte bei einem Pilotprojekt in Louisville, Kentucky, zum Einsatz. Ab dem ersten Quartal 2009 soll die Verfügbarkeit ausgeweitet werden. GE sucht dafür nach Stromversorgern für eine Zusammenarbeit. Neben Kühlschränken werden auch andere Geräte wie Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner oder Mikrowellen mit der Verbrauchssteuerung ausgerüstet. Innerhalb von zehn Jahren können sich solche intelligenten Haushaltsgeräte ebenso breit durchgesetzt haben wie heute die Energy-Star-Produkte, ist das Unternehmen überzeugt. (pte)

  • Kühlschränke sollen Stromverbrach intelligent regeln
    foto: ge

    Kühlschränke sollen Stromverbrach intelligent regeln

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