Haidinger bekräftigt Korruptionsvorwürfe gegen Innenministerium

1. November 2008, 09:52
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Ex-Chef des Bundeskriminalamts im "profil": Sicherheit an parteipolitische Interessen verkauft - Nach Brief an Fekter bedroht

Wien - Der ehemalige Direktor des Bundeskriminalamts (BK), Herwig Haidinger, hat seine Korruptionsvorwürfe gegen das von der ÖVP geführte Innenministerium bekräftigt. Im "profil" sagt Haidinger, das Bundeskriminalamt sei zu einer "Außenstelle der ÖVP verkommen", im Kabinett seien nur noch "Parteisoldaten und Politoffiziere gefragt". Außerdem sei die in den vergangenen Jahren durchgeführte Polizeireform mit der Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei verfassungswidrig.

Haidinger erklärte, er habe Innenministerin Maria Fekter in der Vorwoche einen Brief geschrieben, in dem er die gröbsten Fehler der Polizeireform aufgelistet habe. Zur Antwort sei er bedroht worden. Wenn er nicht den Mund halte, werde weiter gegen ihn vorgegangen. Neuerlich führte Haidinger den Fall Kampusch an. Es sei mittlerweile zum Alltag geworden, dass das Kabinett durch "Wünsche und Anweisungen in Ermittlungen eingreift, wie das auch im Fall Kampusch war". (APA)

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