Rückkehr nach Österreich am Samstagabend erwartet

1. November 2008, 08:18
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Sahara-Geiseln in malischer Hauptstadt angekommen - Gesundheitszustand der beiden offenbar gut

Bamako/Wien - Die beiden am Donnerstag freigelassenen Sahara-Geiseln sind laut einem Bericht des ORF-Fernsehens am Freitagabend in der malischen Hauptstadt Bamako eingetroffen und bereits mit der österreichischen Delegation unter Führung von Außenministerin Ursula Plassnik zusammengetroffen. Was den Gesundheitszustand von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber betrifft, so solle dieser im ersten Eindruck "ein sehr guter" gewesen sein, berichtete die "ZiB 24". Mit der Delegation sind auch Ärzte und Psychologen mitgereist, welche die beiden Salzburger untersuchen sollten.

Ebner und Kloiber seien in einem Gästehaus untergebracht. Am Samstagvormittag sollen sie vom malischen Präsidenten Amadou Toumani Toure persönlich an die österreichische Delegation übergeben werden.

Der Generalsekretär des Außenministeriums, Johannes Kyrle, gab in der "Zeit im Bild 2" der Hoffnung Ausdruck, dass die beiden Ex-Geiseln am Samstagabend in Österreich ankommen könnten. In der "ZiB 24" hieß es allerdings, es werde sich weisen, ob die beiden Salzburger tatsächlich sofort zurückkehren oder zunächst lieber in Bamako bleiben wollten.

Noch keine Informationen über Befreiung

Kyrle, der den Entführungs-Krisenstab geleitet hatte, sagte in der "Zeit im Bild 2", es habe während der monatelangen Geiselhaft, "den einen oder anderen Telefonkontakt" der Entführten mit ihrer Familie, aber indirekt auch mit den malischen Behörden gegeben. "Wir haben immer guten Grund zur Annahme gehabt, dass die beiden am Leben sind."

"Wir wissen über die Befreiung derzeit noch nichts", sagte Kyrle weiter. Präsident Amadou Toumani Toure habe von Anfang an versichert, dass auch er ein Interesse an der Lösung der Geiselfrage im Norden seines Landes habe. "Wir haben ihm vertraut." Laut dem Außenamts-Generalsekretär waren drei bis vier österreichische Beamte laufend an Ort und Stelle in Mali für die Geiseln im Einsatz.

Die Frage, ob in den acht Monaten der Geiselhaft auch eine militärische Lösung überlegt worden sei, beantwortete Kyrle mit "Nein", auch vonseiten der malischen Regierung wurde demnach ein derartiger Vorschlag nicht gemacht.

Terrornetzwerk Al-Kaida bedient sich des Tuareg -Netzwerkes

Die Lage in der Region schilderte Kyrle folgendermaßen: Es herrsche dort eine Bürgerkriegssituation zwischen den nomadischen Tuareg und Regierungstruppen. Dieses "Vakuum" benutze das Terrornetzwerk Al-Kaida, "um hier Geiseln zu halten". Bezüglich des langen Weges vom Ort in Tunesien, wo Ebner und Kloiber gekidnappt wurden, bis nach Nordmali "gibt es natürlich Abhängigkeiten, Bezugsfelder und in diesen Abhängigkeiten und Bezugsfeldern war es dann so, dass es zur Freilassung dieser beiden Österreicher dann doch gekommen ist. Das war immer wieder unterbrochen auch durch bewaffnete Auseinandersetzungen und damit war auch der Zugang in diese Region offensichtlich für die malischen Behörden sehr schwierig."

Das österreichische Paar war während eines Urlaubs in der Wüste von Tunesien vermutlich von der "Al-Kaida im Islamischen Maghreb" entführt und später offensichtlich nach Mali verschleppt worden. Die Entführer hatten ursprünglich die Freilassung von Gefolgsleuten gefordert. Später stellten sie Forderungen "regionaler Natur" wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte. Laut Medienberichten verlangten sie auch Lösegeld, österreichische Vertreter dementieren dies allerdings. (APA/red)

 

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