ATX: Einschwenken in fragile Seitwärtsbewegung

14. November 2008, 15:14
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Ein Kommentar von Günther Artner aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Der ATX mußte in dieser Woche nochmals einen heftigen Rücksetzer von -11,1% einstecken. Dem Index ist es damit nicht gelungen, die gemäßigt positive Entwicklung der Vorwoche fortzusetzen. Die ganz klaren Verlierer der Woche im ATX waren die Bankenwerte: Raiffeisen Int.: -21,0%, Erste Group: -31,1%. Aufgrund der hohen Gewichtung der Finanzwerte lag der ATX auch deutlich hinter anderen Standardwerteindizes in Europa zurück. Der einzige wirkliche Wochengewinner war die Telekom Austria mit +2,4%, wo sich der nun definitiv angekündigte Personalabbau und ein gutes Q3-Ergebnis positiv ausgewirkt haben.

Die Berichtssaison verlief in dieser Woche nicht ganz so schlecht wie man eventuell befürchten konnte. Vienna Insurance Group konnte den Ausblick für 2008 bestätigen, revidierte aber den Ausblick für 2009 nach unten. BWT und Mayr-Melnhof lagen mit ihren Zahlen unter unseren Erwartungen. Wienerberger konnte unsere bereits sehr tief angesetzten Erwartungen erfüllen. An der Österreichischen Post geht die Finanzkrise offenbar relativ spurlos vorbei, der Ausblick für heuer wurde sogar um einen Hauch nach oben gesetzt. Intercell legte Quartalszahlen ohne größere Überraschungen vor, hier wartet man jetzt natürlich auf die Marktzulassung des Japan Enzephalitis Impfstoffs.

Beim Capital Markets Day der CA Immo und CA Immo Int. konnte das Unternehmen klar unter Beweis stellen, dass es ein absolut solide geführtes Unternehmen ist, das auch die aktuelle Finanzkrise ohne gröbere Einschnitte überstehen wird. In der nächsten Woche berichten mit Kapsch, Sparkassen Immo, Flughafen Wien, voestalpine, SBO, CWT und Semperit noch einige interessante Unternehmen Quartalszahlen. Dennoch, mit positiven Überraschungen ist im aktuellen Umfeld wohl nur kaum zu rechnen.

Wir bestätigen unsere in der letzten Woche dargelegte Meinung, dass sich der ATX nun in einer volatilen Bodenbildungsphase in einer breiten Range von rund 1.700 - 2.200 Punkten befindet. Die Situation bleibt allerdings sehr fragil und die Nervosität bleibt ebenso hoch. Ein schnelles Aufholen des Abschwungs von zuletzt wird es aufgrund der ausgeprägten konjunkturellen Schwäche wohl nicht geben, auf einen gewissen Rebound zum Jahresende hin würden wir allerdings nach wie vor hoffen.

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