ZAMG: Gletscherschmelze im Sonnblickgebiet hält an

2. November 2008, 12:28
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Das Golgbergkees verliert bei gleichbleibenden Temperaturen bis 2050 ein Drittel seiner heutigen Fläche

Wien - Die Gletscher im Sonnblickgebiet schwinden zunehmend, ergab das Gletschermonitoring der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). 2008 zeigte sich eine Abnahme der mittleren Gletscherdicke um bis zu einem Meter (etwa 2 Prozent der Eismasse), gab das ZAMG in einer Aussendung am Freitag bekannt. "Auch heuer haben alle Gletscher netto an Eismasse verloren", fasste der Glaziologe Bernhard Hynek zusammen.

Im Detail

Am meisten Gewicht hat wieder das nach Süden exponierte Wurtenkees - besser bekannt als "Mölltaler Gletscher" - verloren. Die mittlere Eisdicke hat von Oktober 2007 bis Oktober 2008 um 104 Zentimeter abgenommen. Allerdings beobachten die ZAMG-Meteorologen auf dem Wurtenkees einen interessanten Nebeneffekt des Skitourismus: "Exakt auf dem Streifen, wo der Gletscher mit Schneekanonen beschneit wird, kann der Gletscher seine Eismasse halten", so Hynek. Allerdings sei dieser Effekt sehr begrenzt - schon einen Meter neben der beschneiten Piste schmelze der Gletscher.

Etwas weniger Eis haben das nach Norden orientierte Goldbergkees und das Kleinfleißkees verloren: am Kleinfleißkees waren es 69 Zentimeter, am Goldbergkees 72 Zentimeter.

Prognose

Laut Berechnungen der ZAMG wird das Golgbergkees bis 2050 bei gleichbleibenden Temperaturen ein Drittel seiner heutigen Fläche verlieren, bei weiterer Klimaerwärmung bis zur Hälfte seiner heutigen Fläche. (red)

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