Gipfel ganz versteckt

    31. Oktober 2008, 17:00
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    Von Gaming auf den sehr einsamen Rainstock, der in der alpinen Literatur nur selten Erwähnung findet. Einsamkeit und Stille machen den Reiz aus

    Außerhalb der Almsaison ist der Rainstock bei Gaming ein sehr einsamer Gipfel, auf den sich nur gelegentlich ein Wanderer verirrt. In der alpinen Literatur findet der versteckte, unscheinbare Berg nur selten Erwähnung, er gehört sozusagen zu den Mauerblümchen der niederösterreichischen Voralpen. Gerade die Einsamkeit, die Stille und Weltabgeschiedenheit machen aber den Reiz der Erhebung aus.

    Wegbeschreibungen gibt es lediglich bis zur Gföhler Alm, erst in der neuesten Bundesamtskarte ist die schlecht markierte, aber nicht zu verfehlende Route zum Gipfel eingezeichnet. Sein höchster Punkt liegt auf einem relativ ausgedehnten Plateau und wird durch das Gendarmerie-Kreuz markiert, in dessen Umgebung jetzt nicht einmal mehr das Almvieh weidet. Der Ötscher beherrscht das Panorama, von einigen Stellen am Anstieg schaut man zur Stumpfalpe und zu einem Teil des Gesäuses.

    Dass der Berg so wenig Beachtung findet, liegt sicher an den vielen attraktiven Zielen in der Umgebung Gamings, von dem aus man den Naturpark Ötscher-Tormäuer leicht erreicht. Bestiegen wurde in früheren Zeiten der Schwarzenberg, an dessen Lehne man zum Gföhlsattel aufsteigt. Im steilen Abhang befindet sich die Karthäuserhöhle, in der bis zur Auflösung des Klosters 1782 die schweigsamen Mönche aus bis heute ungeklärten Gründen zeitweise verweilten. - Die Tour weist wenig Schwierigkeiten auf, ein Teil des Anstiegs ist steil. Dass die Alm derzeit nicht bewirtschaftet ist, muss bei der Ausrüstung berücksichtigt werden.

    Die Route: Von der Straßenmeisterei in Gaming steigt man auf der roten Markierung durch das steile Ebertal zum Gföhlstattel auf und hält sich rechts auf eine Forststraße. Gleich nach einer scharfen Linkskurve wendet sich die Markierung nach rechts in den Hang, und man erreicht die Gföhler Alm. Gehzeit: 2 Stunden. In einer weiteren halben Stunde gelangt man über freies Gelände auf einen Rücken und zum Gipfel.

    Auf demselben Weg geht‘s zurück bis nach dem Gföhlsattel, dann hält man sich links und gelangt auf der roten Markierung zum Gehöft Happelreith. Auf Asphalt erreicht man den Ausgangspunkt. Gehzeit ab Gipfel: 2 Stunden. Der Rückweg durch das Tal des Neudeckbaches ist wegen der langen Asphaltstrecke weniger anzuraten. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/1./2.11.2008)

    Gesamtgehzeit 4½ Stunden Höhendifferenz rund 850 Meter. Gföhler Alm nur während der Almsaison bewirtschaftet, derzeit kein Stützpunkt. ÖK25V , Blatt 4204-West (Lunz), Maßstab 1:25.000; eventuell Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberege, Maßstab 1:50.000

    • Wandern im Naturpark Ötscher-Tormäuer.
      foto: weinfranz.at/fv mostviertel

      Wandern im Naturpark Ötscher-Tormäuer.

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