Beziehern von Zusatzpensionen drohen 2009 starke Einschnitte, ein Grund dafür sind Veranlagungen der Kassen an den gebeutelten Börsen
Wien - Vielen Beziehern einer
Zusatzpension drohen nächstes Jahr wegen der Finanzkrise noch stärkere
Einschnitte. Aufgrund der massiven Kursrückgänge an den Börsen lag das
Veranlagungsergebnis der Kassen heuer bis Ende September mit 8,40 Prozent im
Minus. Das geht aus den neuen Performance-Daten der Oesterreichischen
Kontrollbank (OeKB) hervor. Im Halbjahr waren es erst minus 4,95 Prozent
gewesen.
Bei den überbetrieblichen Kassen ist das Minus in den ersten neun Monaten mit
7,71 Prozent nicht so stark ausgefallen wie bei den betrieblichen Einrichtungen
mit im Schnitt sogar minus 11,32 Prozent. Bis Ende Juni hatte die Performance
der überbetrieblichen Kassen -4,65 Prozent betragen, bei den betrieblichen -6,20
Prozent.
Schon für 2008 hatte es für jeden fünften Zusatzpensions-Bezieher der
heimischen Pensionskassen Einschnitte gegeben. Vier Fünftel bekamen gleich viel
oder mehr. Rund 9.000 Pensionisten mussten aber Kürzungen ihrer Firmenpensionen
von rund 3 Prozent hinnehmen, bei 800 Sonderfällen waren es sogar bis zu 7
Prozent. 2007 hatten 539.000 Menschen in Österreich Anspruch auf eine solche
Zusatzrente - jeder fünfte Erwerbstätige. 50.000 davon beziehen die
Privatpension schon.
Stärkstes Minus bei höchstem Aktien-Anteil
Am größten ist das Minus in der Performance der Pensionskassen naturgemäß in jenen Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) mit dem höchsten Aktien-Anteil. Diese "dynamischen" VRG mit 40 Prozent Aktienanteil (oder mehr) lagen bei den überbetrieblichen Kassen heuer nach neun Monaten mit 8,98 Prozent im Minus. Bis 30. Juni waren es erst minus 4,94 Prozent gewesen.
Weitgehend von Rückgängen verschont blieben hingegen jene überbetrieblichen VRG, die mit weniger als 16 Prozent Aktien-Anteil vom Veranlagungstyp her als "defensiv" gelten. Dort betrug die Performance in den ersten neun Monaten minus 0,77 Prozent, Ende Juni lag man von Jahresbeginn an sogar noch mit 0,08 Prozent leicht im Plus.
Langfristig können sich die Veranlagungserfolge der Pensionskassen - trotz einiger Dellen in schwächeren Jahren, insbesondere heuer - aber noch immer sehen lassen. Auf 5-Jahres-Sicht wurde im Schnitt (per 30.9.) ein Plus von 3,73 Prozent im Jahr erzielt - bis 30.6. waren es allerdings noch 4,84 Prozent p.a. gewesen. Seit 31.12.1997, also im Abstand von gut einem Jahrzehnt, lag Ende September die Performance bei 3,67 Prozent im Jahr; sie ist also gegenüber Ende Juni mit damals noch 4,13 Prozent ebenfalls dahingeschmolzen.
Auf längere Sicht schnitten die betrieblichen Kassen etwas besser ab als die überbetrieblichen - umgekehrt als kurzfristig betrachtet. Über 5 Jahre lag die Performance der betrieblichen zuletzt im Schnitt bei jährlich 4,06 Prozent (per 30.6. waren es 5,75 Prozent p.a.), jene der überbetrieblichen bei 3,63 Prozent p.a. (bis Ende Juni 4,60 Prozent). Seit Ende 1997 brachten es die Betriebskassen im Schnitt auf jährlich 4,21 Prozent Performance (Ende Juni 4,87 Prozent p.a.). (APA)