Leukämie: Spenderzellen gegen Abstoßungsreaktionen

1. November 2008, 17:58
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Isolierung regulatorischer T-Zellen gelungen - Einsatz wird im Rahmen einer klinischen Studie in Singapur geprüft

Berlin - Die Behandlung von Leukämiepatienten mit Knochenmarkspenden könnte künftig sicherer werden. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) haben einen Weg gefunden, aus Blut die regulatorischen T-Zellen zu isolieren, die die gefährlichen Abstoßungsreaktionen unterdrücken könnten. 

Bei einer Leukämieerkrankung verdrängen unreife weiße Blutzellen die gesunden Zellen und verhindern eine normale Blutbildung. Eine Chemotherapie zerstört die kranken Zellen, die dann aber oft durch eine Knochenmarkspende ersetzt werden müssen. Allerdings richten sich die in der Spende enthaltenen Abwehrzellen bei 30 bis 50 Prozent der Patienten gegen den Empfänger. Oft verläuft diese Abwehrreaktion tödlich.

Isolierung

Regulatorische T-Zellen des Immunsystems, die aus dem Blut des Spenders isoliert werden, könnten diese Reaktion unterdrücken. "Bisher war es aber nicht möglich, menschliche regulatorische T-Zellen in Reinform sicher zu isolieren", erläuterte Markus Kleinewietfeld.

Die Berliner Forscher konnten nun erstmals die nützlichen, regulatorischen von den schädlichen und aggressiven Immunzellen trennen. Bei Mäusen wiesen sie nach, dass die regulatorischen T-Zellen Abwehrreaktionen unterdrücken. Nun soll nach Angaben des Centrums eine klinische Studie in Singapur prüfen, ob diese Zellen auch Leukämiepatienten helfen, die nach einer Knochenmarkstransplantation eine schwere Abstoßungsreaktion erleiden. (APA/AP/red)

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