Der Erste-Chef verdiente in den vergangenen Jahren 15 Millionen Euro: "Solche Gehälter versteht niemand"
Wien - Die Erste Group, die am Donnerstag als erste österreichische Bank eine Kapitalspritze aus dem Banken-Hilfspaket in Anspruch genommen hat, hätte darauf verzichtet, wenn das Geld an die gleichen Konditionen gebunden gewesen wäre wie in Deutschland, sagte Erste-Chef Andreas Treichl am Donnerstagabend in der "ZiB2". Dabei gehe es weniger um Gehaltsbeschränkungen für Manager als darum, dass der Aktienkurs "ins Bodenlose fallen" würde, wenn Investoren befürchten müssten, "dass Beamte das Sagen bekommen". In Deutschland ist der Einstieg des Staates mit Mitspracherechten und einem Prüfrecht des Rechnungshofes verknüpft, in Österreich nicht.
Der Bankchef, der zuletzt 4,4 Millionen Euro verdient hat, will für heuer auf seinen Bonus verzichten. Dennoch wird er nach Eigenangaben gut eine Million Euro verdienen. Auf die Frage, ob irgendjemand noch verstehen könne, dass Treichl in den vergangenen Jahren 15 Millionen Euro verdient hat, sagte Treichl: "Solche Gehälter versteht niemand". Er selber verstehe auch nicht, warum ein Eishockeyspieler 50 Millionen Euro verdienen könne. Aber es gebe einen Markt für solche Gehälter. Er gehe davon aus, dass auch hier die Beträge in nächster Zeit sinken werden. (APA)