Aufsteiger empfängt den Meister

30. Oktober 2008, 16:10
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Kapfenberger SV wartet gegen Rapid seit 52 Jahren auf zweiten Heimsieg - Rapid-Coach Pacult: "Hoffe, Spieler haben gut zugehört"

Kapfenberg/Wien - Der Neuling und der Meister bestreiten die Fußball-Ouvertüre zur 15. Runde der tipp3-Bundesliga. Der Kapfenberger SV hat am Freitag im Fekete-Stadion Rapid zu Gast. Da wie dort sind Punkte im Kampf gegen den Abstieg bzw. im Titelrennen gefragt. Die Obersteirer warten übrigens seit 9. September 1956 (4:3), also seit 52 Jahren, auf den zweiten Heimsieg gegen die Hütteldorfer, die nach dem Cup-K.O. in Ried Reputation zurückgewinnen wollen.

Kampfansage des Underdog

Die Kapfenberger, die das 3:7-Debakel in Salzburg mit dem Aufstieg ins Cup-Viertelfinale (3:0 in Wels) wegsteckten, versprechen den prominenten Gästen einen Kampf auf Biegen und Brechen. Sie haben acht ihrer neun Punkte vor eigenem Publikum geholt. "Wir haben nicht die Klassespieler wie Rapid, aber wir werden an unsere Grenzen der Belastbarkeit gehen", verspricht KSV-Trainer Werner Gregoritsch, der die Grünweißen als Vorbild puncto Kulisse und Leidenschaft hinstellt.

Er möchte von seinen Schützlingen Leidenschaft, Kollektivität, Kampfgeist, Disziplin und Cleverness sehen. Die Motivation ist gegen Rapid immer da, aber sie darf nicht ausarten, wir dürfen nicht ins offene Messer laufen", warnte Gregoritsch, der mit rund 8.000 Besuchern rechnet. Die Aufstellung wird davon abhängen, ob Bernsteiner (Adduktoren) und Felfernig (Muskelverhärtung) fit werden. Die Torhüterfrage Eisl oder wie im Cup wieder Susko wird der Coach "aus dem Bauch" entscheiden.

Defensive Schwächen beim Meister

Vor dem 24. Oberhaus-Duell (2 KSV-Siege, 2 Remis, 19 Rapid-Siege, 23:90 Tore) verfügen die Wiener nach Meinung von Gregoritsch noch immer über große Qualität. "Für mich sind sie Titelfavorit Nummer eins.". Und das, obwohl die Grünweißen neben dem Cup-Out nur sieben Zähler aus den jüngsten fünf Liga-Partien geholt haben. "Wir bekommen im Moment Tore, die aufgrund unserer Routine und Spieler nicht passieren sollten", spricht Peter Pacult die Defensiv-Schwäche seiner Elf an.

Am Dienstag, an seinem 49. Geburtstag, im Cup (2:3) in Ried offenbarte sie sich neuerlich. "Es darf nicht sein, dass ein gegnerischer Spieler ungehindert vom eigenen bis zu unserem Strafraum läuft und dort der ein Stürmer ganz frei ist", wetterte der Wiener, für den verletzten Katzer links in der Vierer-Kette Stephan Palla aufbieten wird. Der Jung-Rapidler soll nach seinem Zwei-Minuten-Debüt am 29. März gegen Wacker Innsbruck (4:1) erstmals von Beginn in der Bundesliga zum Einsatz kommen.

Pacult hat sonst keine große Umstellungen geplant. Er sei ein Trainer, der auf Konstanz setze und Spielern Vertrauen gebe. "Und ich hoffe, ich bekomme das Vertrauen zurück", meinte der Ex-Stürmer, der mit seinen Mannen ein ernstes Wort gesprochen hat: "Ich habe sie auf das vorbereitet, was auf uns zukommt. Ich hoffe, sie haben gut zugehört." Vor dem Gegner und dessen Heim- und Laufstärke zeigt Pacult Respekt, er fügt aber hinzu: "Wir fahren schon nach Kapfenberg, um Punkte zu holen!" (APA)

Kapfenberger SV Superfund - Rapid Wien
Freitag, Fekete-Stadion, 20.30 Uhr, Schiedsrichter Thomas Steiner/NÖ). Bisheriges Saison-Ergebnis: 1:3 (auswärts)

Kapfenberg: Eisl/Susko - Osoinik, Fukal, Taboga, Schellander - Zimmerman, Hüttenbrenner/Siegl, Liendl, Felfernig/Sencar - Bernsteiner/Kozelsky, Kozelsky/Sencar. Ersatz: Susko/Eisl - Lienhart, Schönberger, Lucic, Wieger, Iencsi, Milosevic

Es fehlen: Rauscher, Akoto, Pejic (alle verletzt), Erkinger (bei Amateuren)

Fraglich: Bernsteiner (Adduktoren-Probleme), Felfernig (Muskelverhärtung)

Rapid: Hedl - Dober, Tokic, Patocka, Palla - Hofmann, Heikkinen, Kulovits, Boskovic, Kavlak/Drazan - Maierhofer. Ersatz: Lukse - Eder, Harding, Ketelaer, Hoffer, Jelavic

Es fehlen: Payer, Gartler (beide rekonvaleszent), G. Koch, Thonhofer, Katzer (alle verletzt)

  •  "Wir bekommen im Moment Tore, die aufgrund unserer Routine und Spieler nicht passieren sollten"

    "Wir bekommen im Moment Tore, die aufgrund unserer Routine und Spieler nicht passieren sollten"

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