Gus Van Sants flirrendes Debüt "Mala Noche" auf DVD
Eine der wichtigen Eigenschaften von DVDs ist, dass sie dem Publikum helfen, Lücken in Werken von Autoren leichter zu schließen. US-Regisseur Gus Van Sant ("Paranoid Park") begann seine Laufbahn mit einem Film, der gerade einmal 25.000 Dollar gekostet hat, heute aber zu den Pionierarbeiten des New Queer Cinema gehört.
Basierend auf einem Buch des Portlander Poeten Walt Curtis, erzählt "Mala Noche" (1985) von dessen Begegnung mit zwei illegal eingereisten Mexikanern, Johnny und Roberto. "He makes my heart throb - thumpety, bum, bum, bum ..." - Walt begehrt Johnny auf den ersten Blick: Der Beginn einer im flirrenden Beat-Rhythmus dahinmäandernden Geschichte, in der keiner zu dem kommt, was er eigentlich möchte - Verlangen, Ausbeutung und Betrug formen ein unauflösbares Knäuel.
Stilistisch präsentiert sich Van Sant schon in Höchstform: In kontrastreichem Schwarz-Weiß komponiert er Szenen zwischen Verismus und Verdichtung. (Dominik Kamalzadeh / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.10./1.11./2.11.2008)