Promotion - entgeltliche Einschaltung

„Schön sinnlos“

30. Oktober 2008, 15:00

Doris Knecht über utopische Architektur.
Von Karl Fluch

Walter Pichlers Objekt „Großer Raum“ taugt Doris Knecht aus zweierlei Gründen. Einmal, weil sie sich fürs Foto dahinter verstecken will. Fotografiert werden ist nämlich mühsam. Schließlich geht’s doch. Relativ schmerzfrei. Der weitere Grund, warum die Buchautorin (eben erschienen: „Gut, ihr habt gewonnen – Neue Geschichten vom Leben unter Kindern“, Czernin Verlag), Oftkolumnistin (Kurier, Falter ...) und Bloggerin einen Zug zu Pichlers großem Ball verspürte: „Weil ich geglaubt habe, das sei von Coop Himmelb(l)au. Dort habe ich einmal gearbeitet und kenne ihr Archiv sehr gut. Da gab’s auch so Luft blasen, aber das sind andere gewesen.“ Warum also dieses Objekt? „Weil es so schön sinnlos ist. Für mich gibt’s zweierlei Architektur: die utopische, wo es darum geht, neue Räume zu denken, und dann gibt es die, in der ich wohnen möchte. Diese Blasen gehören zur ersten Kategorie.“ Ins Museum geht die Mutter zweier Kinder „zu wenig“. Immerhin: „Hin und wieder gehe ich mit den Kindern gezielt in eine Ausstellung.

Die wichtigsten krieg ich schon mit.“ Im Waldviertel, wo Knecht seit kurzem ein Wochenenddomizil hat, kollidiert die utopische Architektur recht krass mit der Realität: „Dort ist die Architektur sehr unutopisch. Im besten Fall ist sie praktisch, im schlechtesten grauenhaft. Was arg ist: Die Waldviertler sind offenbar Sammler. Hinter den Häusern schaut’s aus! Erstens sind die Häuser schiach, und zweitens horten sie ihre Leben aus hundert Jahren – und immer nur den Schrott davon.“ In Vorarlberg, wo Knecht herkommt, sei das besser: „In Vorarlberg gibt es ja an jedem Eck sehr brauchbare Spießerarchitektur.“

  • Doris Knecht mit Walter Pichlers „Gorßer Raum“ in der Ausstellung Mind Expanders

Foto: MUMOK, 2008 / Lena Deinhardstein

    Doris Knecht mit Walter Pichlers „Gorßer Raum“ in der Ausstellung Mind Expanders
    Foto: MUMOK, 2008 / Lena Deinhardstein

Share if you care.