"Washington Post" rechtfertigt ihre Pro-Kriegs-Position vor Lesern

27. Februar 2003, 20:51
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Militäraktion sichere langfristigen Frieden, so das Blatt

Die renommierte US-Tageszeitung "Washington Post" hat in einem ungewöhnlichen Schritt ihr eigenes Eintreten für eine Militäraktion gegen den Irak in einem Leitartikel gerechtfertigt. In dem auch außergewöhnlich langen Kommentar, der sich über eine halbe Seite erstreckte, erklärte das liberale Blatt am Donnerstag, zwar respektiere es diejenigen unter seinen Lesern, "die Krieg für die schlechteste Option halten". Doch sei die Zeitung der Meinung, dass "in diesem Fall dem langfristigen Frieden besser durch Stärke als durch Konzessionen gedient ist".

Die "Post" erhielt nach eigenen Angaben eine Flut von Briefen zu ihrer Irak-Position, die teilweise zustimmend und teilweise ablehnend seien. Ein Leser schrieb, er sei die Voreingenommenheit und "das endlose Säbelrasseln" der Zeitung für den Krieg leid. Der Leitartikeler erklärte dazu, seine Zeitung nehme die Risiken eines neuen Golfkriegs keineswegs auf die leichte Schulter.

Auch sei es richtig, dass die USA in einer stärkeren Position während des Krieges und danach wären, wenn sie von der UNO unterstützt würden. Doch könnten die USA einen Krieg zur Verteidigung ihrer nationalen Sicherheit letztlich nicht davon abhängig machen, ob der französische Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zustimmten.

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