UNICEF fürchtet Epidemien im Irak bei Angriffen auf Kraftwerke

27. Februar 2003, 19:24
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UN-Kinderhilfswerk: "Gesundheitssituation ist schon jetzt alarmierend"

Genf - Angriffe auf öffentliche Einrichtungen, speziell auf Kraftwerke in einem Irak-Krieg könnten nach Ansicht von internationalen Hilfsorganisationen zu schweren Epidemien in dem Land führen. Ein Stillstand von Wasser- und Abwassersystemen könnte zu einer Ausbreitung von Durchfallerkrankungen, von Cholera und Typhus führen, befürchtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF.

"Es ist dies eine große Sorge, weil es eine direkte Verbindung zwischen sauberem Wasser und der Häufigkeit von Krankheiten gibt", sagte UNICEF-Sprecherin Wivina Belmonte am Donnerstag vor Journalisten in Genf. UNICEF wird im Falle eines Krieges die Einsätze der internationalen Hilfswerke zur Versorgung der Menschen mit Wasser und die Beseitigung von Abwasser leiten.

"Die Gesundheitssituation im Irak ist schon jetzt alarmierend", sagte die Sprecherin. Nach Angaben von Hilfsorganisationen hat nur etwa jeder fünfte Iraker regelmäßig Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies führt seit langem zusammen mit schlechten sonstigen sanitären Bedingungen in Irak zu einer hohen Säuglingssterblichkeit.

UNICEF zufolge besitzen rund 70 Prozent der Wasseraufbereitungsanlagen in Irak Notfallaggregate, wie auch die meisten der großen Krankenhäuser. Sollte jedoch der Treibstoff knapp werden, könnten auch sie bald ausfallen.

Im Golfkrieg 1991 und im Kosovokrieg 1999 hatten die Alliierten Kraftwerke mit der Begründung bombardiert, sie hätten militärische Bedeutung. Militärexperten gehen jedoch davon aus, dass die USA und Großbritannien diese Strategie im Fall eines Irak-Krieges nicht wiederholen würden. Auf Grund des internationalen Widerstands gegen den Krieg würden sie bemüht sein, jedwedes zusätzliches Leiden der Zivilbevölkerung zu verhindern, sagen Experten der USA.

Die Genfer Konvention verbietet Angriffe auf zivile Anlagen wie Wasseraufbereitungsanlagen, außer es kann belegt werden, dass sie militärischen Zwecken dienen.(APA/Reuters)

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