Bis zur bitteren Pointe

28. Februar 2003, 17:33
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28.2.2003 - Ein hochrangiges Mitglied des deutschen Karnevalunwesens, im Nebenberuf übrigens Immunologe ...

... und sichtlich wissend, wo man sich in der Natur Widerstandskräfte für monatelanges Helau und Alaaf herholt, nämlich bei sedierenden Gärprodukten aus der Rhein- und Moselgegend, behauptete Erstaunliches.

Im "ZDF-Morgenmagazin", das trotz regelmäßiger Narrenstoßtrupps, die bis auf die Interviewcouch vordringen, noch immer jeden Morgen eingeschränkt sendet, tönte er: Humor sei auch für die Arterhaltung wichtig. Immerhin bekomme man Frauen nur mit diesem dazu, auch noch andere Sachen zu machen, als sich nachts höflich fürs Heimbringen zu bedanken.

Diese möglicherweise etwas handgekelterte Lebenseinsicht wurde schließlich auch noch ein wenig ins Weltpolitische geführt. Zwar hat hier niemand direkt dazu aufgerufen, dass der Islam zum institutionalisierten Alkoholismus übertreten möge. Aber vor allem auch über sich selbst lachen könnte er schon ein wenig mehr hinter seinem Bart, der Berber.

Der amerikanische Präsident, dessen Maske im bunten Treiben zwischen Köln und Mainz heuer ebenso häufig unter dem Motto "Et kütt wat et kütt" auftaucht wie jene von Saddam Hussein, bringt diesbezüglich als früherer Hallodri mehr Lebenserfahrung ins Spiel: "Lewe un lewe lasse."

Beiden sollte man vielleicht bis zum Aschermittwoch, dem deutschen Ramadan, Hape Kerkelings alten deutschen Bedrohungsschlager vorspielen: "Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon!" (schach/DER STANDARD, Printausgabe, 28.2.2003)

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