Blumiger "Vogel Strauß" am Opernball

28. Februar 2003, 15:07
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Für manche Prominenz muss man abseits des Anderson-Trubels schon genauer hinschauen - Etwa um die Nichte von Fürst Rainier von Monaco zu erspähen

Wien - "Hast g’sehn, die Pferterln?" "Welche Pferterln?" "Na da hinten, die Seepferterln." "A so ein Blödsinn. Das sind Schwäne." "Bist blind auf die Augen?" Für Gesprächsstoff in Form überdimensionierter Tiere aus Blumen war gesorgt, während der langen Wartezeit an der Feststiege. Bis sich die Promi-Spechtler im Foyer schließlich einigten: "I glaub’, des is a Strauß." "Ein Blumenstrauß?" "A Vogel Strauß aus Blumenstrauß."

Zeit fürs Plaudern war genug. Viel internationale Prominenz wurde diesmal ja nicht erwartet, beim Opernball - nur die Prominenteste. Anderson, die alle nur Pamela nennen. Wie denn auch nicht, wenn alle Woche für Woche schon mit ihr am Strand waren. Baywatchen, quasi.

Lugner "großzügig"

Sie wehrte sich nicht. Auch am Vormittag mitten im Getümmel der Lugner City nicht, wo Anderson im schlichten Schwarzen erschien. Im Gegenteil. Lugner darf Bussi geben. Ansonsten ist der Tumult im 50 Quadratmeter kleinen Raum ein "nettes Chaos" für sie. Den Baumeister kennt der Stargast auch schon. Der sei "nett, immer lustig" und vor allem: "großzügig".

Pamela Anderson hat also Humor und über finanzielle Details wird natürlich nicht geredet. Aber sonst gibt’s keine Tabus. Hepatitis C? Das Lächeln bleibt. "Mir geht es gut, ich bin in regelmäßiger medizinischer Behandlung."

Die Kinder? Der Sohn habe schon einen Wien-Bezug, lerne Mozart und Beethoven spielen. Aber "es war herzzerreißend, die Kinder zu verlassen. Ich habe mit ihnen geredet und ihnen gesagt, dass ich zum Wiener Opernball fahre wie Cinderella. Das haben sie verstanden." Ob ihr Verlobter Kid Rock in diesem Märchen eher der Prinz oder der Kürbis sei, blieb offen. Dass es aber gelegentlich Krach geben soll, wo die beiden gemeinsam auftauchen, hat sie gehört, aber das sei "silly", sie seien nämlich beide "innocent".

Unschuldslamperl Kid

Das Unschuldslamperl Kid Rock tauchte jedenfalls nicht in der Lugner City auf - sondern wurde erst des Abends in gestreiftem Frack in der Oper erwartet. Die Security war vorsorglich erhöht worden.

Offizieller Opernball-Stargast war übrigens der Tenor, Komponist und Dirigent José Cura, der den "Canción a la Bandera" aus Aurora von Hector Panizza zur Eröffnung gab. Davor erstmals nicht nur die Elevinnen und Eleven der Ballettschule, sondern auch der Kinderchor der Opernschule mit der Tritsch-Tratsch-Polka und Benjamin Brittens "New Year Carol". Und zwar inmitten eines gelben Rosenmeeres, da der diesjährige Ball der Republik kein Opernmotto, sondern die Farbe Gelb als Attribut erhalten hatte.

Und für manche Prominenz musste man abseits des Anderson-Trubels schon genauer hinschauen - und über Insiderwissen verfügen. Etwa um Mélanie Antoinette de Massy im Eröffnungskomitee zu erspähen; die Großnichte von Fürst Rainier von Monaco. (Roman Freihsl,DER STANDARD Printausgabe 28.2.2003)

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