Schily befürchtet Flüchtlingsströme in "dramatischem Ausmaß"

27. Februar 2003, 18:22
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Gefahr von Terroranschlägen steigt

Brüssel - Mit hunderttausenden von Flüchtlingen und einer zunehmenden Bedrohung durch Terror-Anschläge rechnet der deutsche Innenminister Otto Schily im Falle eines US-Militärschlages gegen den Irak. Die Flüchtlingsbewegungen könnten "sechsstellige Zahlen" erreichen, sagte Schily nach einer Aussprache der fünfzehn EU-Innenminister über die Folgen eines möglichen Irak-Krieges am Donnerstag in Brüssel. Bei einer längeren Dauer des Krieges sei mit einer "dramatischen Steigerung" zu rechnen.

Deutschland und Österreich für Hilfe vor Ort

Deutschland tritt ebenso wie Österreich dafür ein, in erster Linie Hilfe vor Ort zu leisten. Eine Außerkraftsetzung des Schengen-Abkommens über die Reisefreiheit innerhalb der EU schloss Schily bei einem massiven Zustrom von Flüchtlingen nicht aus. Flüchtlingen, die nach Europa kämen, solle vorübergehender Schutz gewährt werden.

Schily befürchtet Anschläge

Terroristische Gruppierungen könnten bei einem Irak-Konflikt Rekrutierungen vornehmen und Anschläge durchführen, warnte Schily. Allerdings planten terroristische Vereinigungen im allgemeinen langfristig und nicht im Einklang mit den internationalen Entwicklungen. Auch mit Spontanaktionen extremistischer Gruppierungen aus dem linken und rechten Lager rechnet Schily. Es müsse von einer "relativ großen Palette" von Bedrohungsszenarien ausgegangen werden. "Schläfer", die sich bereits in Europa aufhielten, könnten als Gegenreaktion auf einen Militärschlag für Attentate eingesetzt werden.(APA)

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