Meningokokken-Alarm auch in Kärnten

27. Februar 2003, 16:49
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Nach dem Tod eines Zweijährigen in der Steiermark stirbt auch eineinhalbjähriges Kind in Villach

Klagenfurt - Nach der Steiermark gibt es jetzt auch in Kärnten Meningokokken-Alarm: Im LKH Villach ist am Donnerstag ein eineinhalbjähriges Kind vermutlich an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Eine entsprechende Mitteilung des "Krone-Hitradio" wurde vom Spital gegenüber der APA bestätigt.

Keine Heilungschance

Der Bub wurde am Donnerstag um 8.15 Uhr eingeliefert. "Er lag bereits im Sterben", dazu Erster Oberarzt Kurt Scheiber. "Wir haben sofort mit einer Reanimation begonnen. Aber es bestand keine Heilungschance mehr." Das Kind ist gegen 10.00 Uhr verstorben.

Meningokokken lösen eine Gehirnhautentzündung aus

Meningokokken lösen eine Gehirnhautentzündung oder - wie höchstwahrscheinlich in diesem Fall - eine Blutvergiftung aus. Das äußert sich durch Hautblutungen, also Blutpunkten am ganzen Körper. "Der klinische Verlauf spricht dafür", sagte Scheiber. Den endgültigen Beweis werde man über die Blutuntersuchungen erhalten.

Geschwister werden behandelt

Vier Geschwister des Buben im Alter von eineinhalb bis zehn Jahre wurden im Rahmen der Umgebungsprophylaxe im LKH Villach stationär aufgenommen. "Bei ihnen gibt es derzeit keine Hinweise für eine Erkrankung", dazu Scheiber. "Es geht ihnen ausgezeichnet." Die Eltern und andere Personen, mit denen das verstorbene Kind ebenfalls Kontakt hatte, werden vorsorglich mit Antibiotika behandelt.

Ausbreitungsgefahr - gering

Die Gefahr einer Ausbreitung von Meningokokken schätzt der Villacher Amtsarzt Hans Mack als "sehr gering" ein. Doch allen Eltern wird geraten, bei Auftreten der Symptome - Fieber, Blutflecken und -bläschen, kalte Hände und Füße - sofort die Überstellung ins Krankenhaus zu veranlassen. (APA)

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