Kosovo-Parlament verlangt Freilassung des Ex-Rebellen Limaj

27. Februar 2003, 17:24
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Soll bis Prozessbeginn auf freiem Fuß bleiben - Vorwurf der Misshandlung und Ermordung von Zivilisten

Pristina - Das Parlament des Kosovo hat am Donnerstag die Freilassung eines wegen Kriegsverbrechen angeklagten Kosovo-Albaners verlangt. Fatmir Limaj ist Abgeordneter im Parlament und war einer der Führer der albanischen UCK-Miliz. Er war in der vergangenen Woche auf Ersuchen des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Slowenien festgenommen und soll an das Tribunal in Den Haag ausgeliefert werden.

Mord- und Misshandlungsvorwurf

Ihm und drei weiteren Ex-Rebellen, die im Kosovo festgenommen und an das Tribunal ausgeliefert sind, werden Mord, Misshandlung und illegale Gefangenhaltung von serbischen und albanischen Zivilisten im Kosovo 1998 zur Last gelegt. Limaj solle bis Prozessbeginn in Den Haag auf freiem Fuß sein, verlangte das Parlament vom UNO-Gerichtshof. Serbische Abgeordnete hatten vor der Abstimmung den Sitzungssaal verlassen.

In der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz sind am Donnerstag albanische Massenproteste gegen die Festnahmen der vier Ex-UCK-Kämpfer fortgesetzt worden. In Kosovska Mitrovica verlangten etwa 10 000 Albaner die "Freiheit für die Befreier", wie ein Redner die UCK bezeichnete. Der Protest verlief friedlich. (APA/dpa)

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    Im Laufe des Tages kam es in Pristina zu Massenprotesten von Kosovo-Albanern. Sie demonstrierten gegen die Verhaftung von Fatmir Limaj und blockierten für eine halbe Stunde die Verbindungsstraße zwischen Serbien und Montenegro.

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