Türkei: Erdogan freigesprochen

27. Februar 2003, 16:00
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Korruptionsaffäre bleibt für AKP-Chef wegen Mangel an Beweisen straffrei

Istanbul - Der Chef der türkischen Regierungspartei AKP, Recep Tayyip Erdogan, ist in einer Korruptionsaffäre freigesprochen worden. Es lägen nicht genügend Beweise dafür vor, dass Erdogan in seiner Zeit als Istanbuler Bürgermeister bei einer Ausschreibung für die Vergabe von Werbeflächen bestechlich gewesen sei, entschied ein Berufungsgericht in Istanbul am Donnerstag, wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi meldete. Erdogan war gemeinsam mit 17 weiteren Verdächtigen angeklagt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sollen der Stadt in dem Korruptionsfall Verluste in Höhe von 30 Millionen Euro entstanden sein. Im Jänner war Erdogan gemeinsam mit 53 Angeklagten in einem ähnlichen Fall freigesprochen worden.

Erdogan gilt als künftiger türkischer Ministerpräsident. Er durfte bei der Parlamentswahl im November aus rechtlichen Gründen nicht kandidieren. Bei einer Nachwahl in Siirt im Südosten des Landes könnte es ihm dank einer von seiner Partei durchgedrückten Verfassungsänderung im kommenden Monat jedoch gelingen, schließlich doch noch ins Parlament einzuziehen. Damit wäre der Weg zur Ministerpräsidentschaft frei. (APA/AFP)

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