Preise für Autos in Österreich sind Spitze

27. Februar 2003, 20:15
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EU-Bericht weist bis zu 60 Prozent Differenz in der Euro-Zone aus - mit Infografik

Neue Autos sind in Österreich und Deutschland innerhalb der Eurozone in den meisten Fällen am teuersten. Innerhalb der EU-15 führt Großbritannien die Liste der teuersten Neuwagen an. Am niedrigsten ist der Nettopreis eine Neuwagens in den Hochsteuerländern Dänemark, Griechenland und den Niederlanden. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Berichts der EU-Kommission über Autopreise in der EU, der am Donnerstag in Brüssel veröffentlicht wurde.

Verglichen wurden die Preise der 84 meistverkauften Modelle von 26 Herstellern - vor Steuern. Das Preisgefälle zwischen dem billigsten und dem teuersten Mitgliedstaat bleibt erheblich und beträgt bei 18 Prozent der erfassten Fahrzeuge mehr als 20 Prozent. Der größte Abstand wurde beim Fiat Seicento festgestellt, der in Großbritannien um 59,5 Prozent teuer ist als in Spanien. In absoluten Zahlen kann sich der Preisunterschied bei einem Pkw der gehobenen Mittelklasse (Peugeot 406) auf bis zu 5100 Euro innerhalb der Euro-Zone und 6500 Euro innerhalb der EU belaufen.

In Deutschland wurden in 37 Fällen die höchsten Modellpreise verlangt. In 31 Fällen waren sie zwischen 42 und 20 Prozent teurer als auf dem billigsten nationalen Markt. In Österreich tritt immerhin ein Preisgefälle von mehr als 20 Prozent bei 19 Modellen auf.

Im Euro-Gebiet sind die höchsten konzerninternen Preisunterschiede bei General Motors (Opel-Vauxhall, Saab) trotz Preisanpassungen bei Opel, dem PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) und bei Honda festzustellen. Bestimmte deutsche Hersteller ( BMW und DaimlerChrysler) und in geringerem Umfang Renault begrenzen die Preisunterschiede in der Euro-Zone auf 15 Prozent oder weniger.

In dem Bericht bedauert die Kommission, dass "trotz einer gewissen Konvergenz insbesondere innerhalb des Euro- Währungsgebiets immer noch ein erhebliches Preisgefälle beim Autokauf besteht". Wettbewerb und grenzüberschreitender Handel hätten bisher noch nicht in "nennenswertem Umfang" zu Preiskonvergenz geführt. Dies hatte Wettbewerbskommissar Mario Monti bei der Einführung des neuen Vertriebsrechts für Automobile im Vorjahr den Konsumenten jedoch in Aussicht gestellt.

Die Autoindustrie rechtfertigt die Differenzen stets mit den unterschiedlichen Besteuerungssätzen von Autos. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 28.2.2003)

Von Katharina Krawagna-Pfeifer aus Brüssel

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