IAEA: Inbetriebnahme von nordkoreanischem Atomreaktor problematisch

27. Februar 2003, 15:36
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Auch französische Regierung kritisiert "bedauerlichen" Schritt Pjöngjangs

Wien/Paris - Die Internationale Atomenergibehörde IAEA hat das Hochfahren eines Atomreaktors in Nordkorea als problematisch bezeichnet. IAEA-Sprecherin Melissa Fleming sagte am heutigen Donnerstag in einer Presseaussendung, wenn sich der ensprechende Bericht aus den USA als wahr erweisen solle, sei das Wiederanfahren des Forschungsreaktors ohne Aufsicht durch die Sicherheitsexperten der IAEA sehr zu bedauern. Die IAEA sei leider nicht in der Lage, die Inbetriebnahme selbst zu überprüfen, da die Inspektoren das Land Ende 2002 verlassen mussten. Dennoch legte die IAEA in einer Aussendung Wert auf die Feststellung, dass die Sicherheitsvorschriften nach wie vor verbindlich und in Kraft seien.

Als "bedauerlich" hat auch Frankreich die Nachricht von der erneuten Inbetriebnahme des Atomreaktors bezeichnet. "Ich habe keine Bestätigung für diese Information. Wenn dies allerdings der Fall sein sollte, so wäre die erneute Inbetriebnahme dieses Reaktors bedauerlich", erklärte der stellvertretende Außenamtssprecher Bernard Valero am Donnerstag in Paris. "Diese Vorgangsweise stellt eine Verletzung der Bestimmungen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen dar. Sie zeigt die Bedeutung für die internationale Gemeinschaft, die diplomatischen Bemühungen auf der Suche nach einer friedlichen Lösung auf der koreanischen Halbinsel fortzusetzen", erklärte Valero weiter.

Der Forschungsreaktor von Yongbyon war 1994 nach einem bilateralen Abkommen zwischen den USA und Nordkorea stillgelegt worden und sollte durch Leichtwasserreaktoren für die reine Energieerzeugung ersetzt werden. Im Gegenzug lieferten die USA Heizöl und Lebensmittel an das verarmte Land. Es wird davon ausgegangen, dass der Reaktor in Yonbyon bereits in einem Jahr ausreichend Plutonium für eine Atombombe produzieren könnte.(APA)

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