"Typisch weiblicher" Berufswahl gezielt entgegensteuern

30. Oktober 2008, 10:56
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Nur wenige Mädchen entscheiden sich für techniknahe Branchen - Eine Wiener Unternehmerin will das ändern: Ein Lehrmädchen hat sie schon an Bord geholt

Wien - Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Renate Brauner hat am Donnerstag einmal mehr einen höheren Frauenanteil in technischen Berufen gefordert. Gemeinsam mit der Wiener Elektroinstallationsunternehmerin Helga Rodrix präsentierte sie Best Practice Beispiele und Unterstützungsprogramme der Stadt Wien. Die Wiener Wirtschaft dürfe nicht "auf die Kreativität und die unternehmerische Kompetenz von Frauen" verzichten: "Gerade in den technischen Berufen gibt es eine Reihe spannender beruflicher Perspektiven." Eine Unterteilung in "typisch" und "a-typisch" könne und dürfe man sich gar nicht leisten.

Einseitige Karriereplanung ändern

Die technischen und techniknahen Berufsfelder sind aber noch immer die Domäne von Männern. Junge Frauen entscheiden sich überproportional häufig für "typisch weibliche" Ausbildungsstätten. Helga Rodrix engagiert sich in ihrem Unternehmen Hawlan GmbH verstärkt für die Heranführung von Mädchen an technische Berufe mit dem Ziel, an der einseitigen Karriereplanung und der gängigen Berufswahl von Mädchen etwas zu ändern. Zu den Maßnahmen gehören spezielle Schnupperangebote für Mädchen und junge Frauen, die Zusammenarbeit mit Schulen, um Stereotypen schon früh zu durchbrechen, sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) und dem AMS für Jugendliche.

Freude über Lehrmädchen

Am von Rodrix iniziierten "Tag der offenen Baustelle" können sich junge Mädchen direkt auf der Baustelle des Elektroinstallationsbetriebs einen Eindruck von diesem Beruf machen. Auch am Töchtertag der Stadt Wien hat sie sich mit ihrem Unternehmen präsentiert und konnte ein Lehrmädchen für Ihren Betrieb gewinnen. "Verena Karlin hat mich durch ihr Engagement und ihre Fähigkeiten überzeugt. Sie ist seit August bei uns als Lehrling im 1. Lehrjahr beschäftigt. Und ich bin wirklich sehr zufrieden", so Rodrix. (red)

  • 2000 haben 11 Mädchen, 2007 73 Mädchen  Elektroinstallationstechnikerin gelernt.  
2007 gab es insgesamt 4686 Lehrlinge zu dieser Ausbildung - das ergibt einen Mädchenanteil von nur 1,55 Prozent. Verena Karlin ist also eine von wenigen.
    Foto: Hawlan GmbH

    2000 haben 11 Mädchen, 2007 73 Mädchen Elektroinstallationstechnikerin gelernt. 2007 gab es insgesamt 4686 Lehrlinge zu dieser Ausbildung - das ergibt einen Mädchenanteil von nur 1,55 Prozent. Verena Karlin ist also eine von wenigen.

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